Deutscher und österreichischer Bundespräsident im Dialog mit Jugendlichen.
Im Mittelpunkt des Besuches steht ein eindringlicher Appell der Bundespräsidenten Steinmeier und Van der Bellen:
Europa muss und kann sich neu erfinden!
In einem zweiseitigen Artikel hatten beide Bundespräsidenten am Wochenende vor dem Besuch ihre Vision von „selbstbewussten und stolzen Europäerinnen und Europäern, in einem Europa, in dem ihre Kinder eine gute Zukunft haben und in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand leben können“ geteilt.
Ein besonderer Programmpunkt des Staatsbesuchs des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Österreich fand am Mittwoch statt: Um die Zukunft Europas mit jenen, die sie maßgeblich gestalten und prägen werden, zu besprechen, sind Bundespräsident Steinmeier und Van der Bellen mit einigen Jugendlichen und Studierenden am Mittwoch in der Hofburg zusammengekommen.
Nach einer kurzen Begrüßung der beiden Bundespräsidenten erläuterte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seinen einleitenden Worten, warum sich ein Alternat des österreichischen Staatsvertrages und der Vertrag zum Beitritt zur Europäischen Union im Raum befanden:
„Wir sollten uns diese beiden historischen Dokumente, besonders den EU-Vertrag viel öfters ansehen. Es sind Zeugnisse unserer Geschichte. Zeichen, dass in Österreich und Europa, in der Europäischen Union nicht das Würfelglück darüber entscheidet, ob und wie wir vorankommen. Menschen, die die Initiative ergreifen, machen Geschichte. Wir selbst haben es in der Hand und können anpacken, damit die Zukunft so aussieht wie wir wollen.“
An die Schülerinnen und Studierenden im Saal richteten beide Bundespräsidenten Fragen.
„Was für ein Bild haben Sie von Europa? Was für Ziele wären für Sie wichtig, wenn Sie europäische Politik gestalten sollten? Wo sehen Sie die Notwendigkeit, alte Wege zu verlassen und neue zu finden? Was macht Europa einzigartig? Wie kann die Europäische Union mehr Einigkeit beweisen?“
Die Bundespräsidenten überließen schließlich der jungen Generation die Bühne: Eine Schülerin aus Wien Floridsdorf, ein Student der Rechtswissenschaften, ein Schüler einer Schule im zweiten Wiener Gemeindebezirk und eine Journalismus-Studentin diskutierten im Anschluss über ihre Antworten für die Zukunft Europas und der EU.
Schüler und Diskussionsteilnehmer Romeo Batia:
„Nur wenn Menschen den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen, kann Europa bestehen. Verantwortung, die bedeutet, Vielfalt zu stärken und Solidarität über Grenzen hinweg zu leben. So bleibt Europa ein Raum des Friedens und der Menschlichkeit. Das ist für mich als junger Mensch und unsere gemeinsame europäische Zukunft besonders wichtig.“
Um die Themen noch weiter zu vertiefen, gab es zum Ausklang der Veranstaltung ein Zusammentreffen der beiden Bundespräsidenten und ihrer Ehefrauen mit den jungen Gästen in der Hofburg.