Die Promotion sub auspiciis ist eine der höchsten akademischen Ehrungen Österreichs, die Absolvent:innen zu Teil wird, die wirklich Außergewöhnliches geleistet haben.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in der Hofburg bei einer Sammel-Zeremonie die Ehrenringe an 18 herausragende Uni-Absolventinnen und -Absolventen übergeben, die im vergangenen Jahr "sub auspiciis praesidentis" promoviert haben. Ausgezeichnet wurden 16 Männer und zwei Frauen, einmal mehr waren sehr viele davon Absolventinnen und Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Studienrichtungen.
Voraussetzung für eine Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten sind ein Vorzug in allen Oberstufenklassen, eine Reifeprüfung mit Auszeichnung, ein Studienabschluss, in dem alle Teile der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie das Rigorosum mit "Sehr gut" benotet werden, sowie Bestbeurteilungen der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation. Dazu darf eine "im Durchschnitt normale Studiendauer" nicht überschritten werden.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen nutzte seine Rede in der Geheimen Ratsstube für ein Plädoyer für eigenständiges, kritisches Denken gerade auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz. Die KI könne vielleicht große Datenmengen effizienter analysieren. Ob sie aber Neugier kenne oder den Drang, Dinge zu verstehen, etwas Neues zu erschaffen oder Verantwortung zu übernehmen, stellte der Bundespräsident in Frage. "Sie bringen all diese Fähigkeiten in höchstem Maße mit. Ihre akademischen Leistungen sind auch deshalb so viel wert, weil sie ihre eigenen sind", so Van der Bellen in Richtung der Ausgezeichneten. Es sei ein Qualitätsmerkmal von Wissenschaft, unsicher zu sein und Antworten zuerst einmal nicht zu wissen und im Notfall auch alles umzukrempeln. Wissenschaft sei eine stetige Suche. "Sie alle tragen mit Ihrer Leistung dazu bei, dass wir es eben immer besser wissen."
An die anwesenden Uni-Spitzen richtete Van der Bellen einen Appell für Vielfalt. In den USA werde gerade bei Forschungsfeldern, die die Regierung nicht mag, gekürzt oder gestrichen. Doch Wissenschaft brauche Diversität, denn: "Je mehr Blickwinkel auf dieser Welt wir zulassen, desto besser verstehen wir sie."