Bundespräsident Alexander Van der Bellen betont die Rolle erneuerbarer Energiequellen für Europas Unabhängigkeit.
Einen Tag nach seinem bilateralen Besuch in der Slowakei hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen seine Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei in Bratislava getroffen. Alexander Van der Bellen hob gegenüber Petr Pavel und Peter Pellegrini hervor, dass die drei Länder nach nachhaltigen Lösungen suchen müssten, um Europa unabhängiger und stärker zu machen. "Erneuerbare Energiequellen werden dabei eine zentrale Rolle spielen", sagte der Bundespräsident.
"Wir wollen uns also so weit wie möglich abstimmen. Denn Europa steht unter Druck - durch Konflikte und Kriege, durch wirtschaftliche Unsicherheiten und durch den Wettbewerb großer Mächte. Gerade wenn sich die Ereignisse in der Welt überschlagen, müssen wir den regionalen Austausch pflegen", sagte Alexander Van der Bellen in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstagnachmittag unter Verweis auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die äußerst angespannte Situation im Nahen Osten. Nicht zuletzt stünden diese Krisen in engem Zusammenhang mit der Frage der Energiesicherheit.
Während Tschechien 2025 aus russischen Öllieferungen ausgestiegen war, ist die Slowakei wie kaum ein anderes Land in Europa von russischen Rohstofflieferungen abhängig. Beide Länder setzen auch anders als Österreich auf Atomenergie. "Für das Wohlergehen unserer Bürgerinnen und Bürger und unserer Unternehmen brauchen wir leistbare, ausreichende und saubere Energie, wohlgemerkt ohne dabei das größere Bild - die Notwendigkeit von Maßnahmen gegen die uns alle bedrohende Klimakrise - aus den Augen zu verlieren", betonte Bundespräsident Van der Bellen.
Ob es um Energiesicherheit, Verkehr oder die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geht – die besten Lösungen sind solche, bei denen die Partner, Nachbarn und Freunde mitgedacht werden. Wir wollen uns also so weit wie möglich abstimmen. 1️⃣ pic.twitter.com/8gWf6qinXu
— Alexander Van der Bellen (@vanderbellen) May 12, 2026
Zweites Präsidententreffen im Slavkov-Format
Das Präsidententreffen von Bundespräsident Van der Bellen mit seinen Amtskollegen Petr Pavel und Peter Pellegrini im Slavkov-Format begann am Dienstagvormittag mit einer Kranzniederlegung vor dem Denkmal "Tor der Freiheit" bei der Burg Devín. Es handelt sich um die zweite Zusammenkunft auf Staatoberhäupterebene.
Nach der Kranzniederlegung begaben sich die drei Staatsoberhäupter an Bord eines Schiffes, das direkt von Devín zum Danubiana-Museum und der Galerie für moderne Kunst fuhr. Dort hielten sie eine Plenarsitzung über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf das Bildungswesen ab. Dabei wollten sie auch die Risiken thematisieren, die die digitale Welt für Kinder und Jugendliche mit sich bringt.
Bundespräsident Van der Bellen sagte zum Thema künstliche Intelligenz: "Wir beginnen gerade erst zu erahnen, wie tiefgreifend die Auswirkungen dieser Technologie auf unsere Gesellschaften sein werden." Junge Menschen seien zu ermächtigen, KI einerseits sinnvoll zu nutzen und andererseits einen kritischen Blick dafür zu entwickeln, wo etwa Desinformation und Manipulation beginnt. “Auch das - diese 'digital literacy' - wird notwendig sein für ein starkes, geeintes und selbstbewusstes Europa.”