Bundespräsident Alexander Van der Bellen besuchte einen Zivilschutz-Bunker in Helsinki.

Bundespräsident »Finnland ist das Land der Resilienz«

Alexander Van der Bellen beendete seine Finnland-Reise mit dem Besuch des Zivilschutz-Bunkers Merihaka in Helsinki.

Der Bundespräsident besuchte Helsinkis Untergrund, konkret die Freizeit- und Sportanlage Merihaka. Diese kann im Notfall als Bunker genutzt werden. Sie ist Teil eines aufwändigen Zivilschutzsystems in der finnischen Hauptstadt, das bis zu 900.000 Menschen beherbergen kann, also um ein Drittel mehr als sie Einwohner hat.

 

Am Vormittag hatte Bundespräsident Van der Bellen Parlamentspräsident Jussi Halla-aho aus den Reihen der rechtspopulistischen "Wahren Finnen" oder "Basisfinnen" getroffen und das "Europäische Kompetenzzentrum zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen" besucht. Das “European Center of Excellence for Countering Hybrid Threats” wurde 2016 gemeinsam von EU und NATO gegründet. Ziel ist es, zunehmenden hybriden Bedrohungen entgegenzuwirken. Das Hybrid CoE soll die EU-und NATO-Staaten dabei unterstützen, hybride (Cyber-)Attacken abzuwehren.

 

Alexander Van der Bellen tauschte sich mit Leiterin von "Hybrid CoE" aus

Mit der Leiterin des Hybrid CoE, Teija Tiilikainen, tauschte sich Bundespräsident Van der Bellen über die Gefahren hybrider Bedrohungen aus. "Es gelte, diesbezüglich resilienter zu werden", erklärte Teija Tiilikainen im Gespräch mit dem Bundespräsidenten. Es gebe eine flexible Kombination von konventionellen und neuartigen Bedrohungen. Diese reichen von der Zerstörung von Unterseekabeln oder Gasleitungen bis zum Versuch, über Social Media Desinformation zu verbreiten. Auch Künstliche Intelligenz werde in diesem Feld immer bedeutender. Ziel sei es, die Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaft zu reduzieren, erklärte auch Kommunikationschef Markus Kokko. Als aktuelle Akteure nannte er vor allem Russland, China und den Iran. Allerdings sei es dem Institut nicht möglich, auf Geheimdienstaktivitäten zurückzugreifen.

Bilanz: "Finnland ist das Land der Resilienz"

Finnland sei wohl das "Land der Resilienz", zog Bundespräsident  Van der Bellen Bilanz. Es sei geografisch nicht so behütet wie Österreich und habe dies auch immer ernst genommen, so der Bundespräsident. Aktuell habe bei dem Besuch die weltpolitische Lage dominiert, dabei sei Finnland als ausgesprochen innovatives Land auch aus anderen Hinsichten interessant, so das Fazit. Am Donnerstag hatte  Alexander Van der Bellen in Helsinki mit seinem Amtskollegen Alexander Stubb angesichts einer "Welt im Umbruch" ein "Zusammenrücken der Länder Europas" gefordert.

Finnland-Reise: Tag ZWEI 4. April 2025
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