Alexander Van der Bellen, Franz Vranitzky, Wolfgang Schüssel und Marlene Forgber mit Wahl-Appell.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat gemeinsam mit den ehemaligen Bundeskanzlern Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel zur Teilnahme an der EU-Wahl am 9. Juni aufgerufen. Gekommen waren die damals federführenden Politiker, um anlässlich des Referendums für den EU-Beitritt vor 30 Jahren in der Präsidentschaftskanzlei mit jungen Menschen zu sprechen. Der Beitritt habe zu einer "großen österreichischen Erfolgsgeschichte" geführt, betonte Alexander Van der Bellen.
Diese solle uns aber nicht ermuntern, "auf weichen Kissen nichts zu tun". Bei der EU-Wahl biete sich nun die nächste Gelegenheit zur Mitbestimmung: "Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch", appellierte der Bundespräsident.
Zwei Drittel der Abstimmenden hatten sich 1994 für den EU-Beitritt ausgesprochen. Als damals aktive Politikerinnen und Politiker waren in der Hofburg auch die früheren Minister Ferdinand Lacina, Franz Fischler und Maria Rauch-Kallat sowie die ehemalige Staatssekretärin Brigitte Ederer geladen.
Vor genau 30 Jahren haben wir Österreicher:innen eine Entscheidung getroffen:
— A. Van der Bellen (@vanderbellen) May 28, 2024
Wollen wir Teil der Europäischen Union sein?
Die eindeutige Antwort war: Ja! 🇪🇺 pic.twitter.com/nOi9QgczRb
Franz Vranitzky lobte in einem Statement nach dem Dialog die Erfolge der Union - etwa im Wirtschafts-, Kultur- und Bildungsbereich. Wolfgang Schüssel hob deren Innovationskraft hervor. "Ruhen wir uns nicht auf dem aus, was wir erreicht haben", hielt aber auch Franz Vranitzky fest, "seien wir uns bewusst, dass große Aufgaben auf uns warten." Wolfgang Schüssel sprach sich für die Erweiterung der EU aus, deren Mitglieder dann aber mehr Toleranz füreinander aufbringen müssten.
Auch müsse man "Selbstverständliches verständlicher" und bewusster machen, meinte Wolfgang Schüssel. Österreich könne bei der Verteidigung des Friedens oder der Bekämpfung des Klimawandels mitreden, und junge Menschen würden das gar nicht anders kennen, so Bundespräsident Van der Bellen. Europa wirke zwar selbstverständlich, sei es aber nicht, rief auch die Studentin Marlene Forgber, die an der Diskussion teilgenommen hatte, zur Wahl auf. Denn: "Zu glauben, dass wir der Klimakrise oder Russland oder China als 'Acht-Millionen-Futziland' irgendetwas alleine entgegensetzen könnten, ist wohl ziemlich naiv."