Worte von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zur Wahl von des neuen Papstes Leo XIV.
Seit Tagen wartet die Welt auf Neuigkeiten aus dem Vatikan. Nun ist es soweit.
Es gibt einen neuen Papst.
Leo, ein bedeutsamer Name, der in der großen Tradition des sozialen Engagements der Kirche steht.
Viele hoffen, dass Leo XIV den Spuren folgt, die sein Vorgänger hinterlassen hat. Dass er Franziskus‘ Vermächtnis weiterträgt.
Denn die Welt braucht einen Papst, der den stetigen Ruf hört, die Ränder der Gesellschaft nicht zu vergessen. Der sich für Schwache und Ausgegrenzte engagiert und sich gerade dorthin wendet, wo viele wegsehen.
Wir brauchen einen Papst, der uns daran erinnert, welch große Verantwortung wir alle für die Schöpfung und für den Klimaschutz tragen. Jemand, der weiß: Wir haben nur diesen einen Planeten, den wir uns miteinander teilen. Wir müssen ihn gemeinsam hüten und bewahren.
Gerade jetzt braucht die Welt einen Papst, der ein Brückenbauer ist zwischen Kontinenten, Kulturen, Religionsgemeinschaften, Sprachen – zwischen Menschen. Mit einer Vision, die die Menschheit zu einem friedlicheren, gerechteren, inklusiveren und nachhaltigeren Leben aufruft.
Ich habe alle Zuversicht, dass Leo XIV ein solcher Papst sein wird. Dass er den Weg weitergeht, den sein Vorgänger geebnet hat – und mit eigenen Ideen und neuen Impulsen anreichert. Seine ersten Worte an die Gläubigen am Petersplatz, „der Friede sei mit Euch allen“, waren ein schönes Zeichen.
Habemus papam – die halbe Welt hat innegehalten, um diese Worte zu hören. Das zeigt: Dieser Moment geht weit über Religion hinaus. Er betrifft uns alle.
Der Papst ist eine gewichtige globale Stimme.
Denn sie macht Mut, Brücken zu bauen statt Gräben zu ziehen. Sie fordert auf, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Und sie erinnert uns daran, dass Menschlichkeit, Dialog und Kompromissfähigkeit nicht nur religiöse Werte sind, sondern vor allem menschliche.
Die Wahl dieses einzelnen Menschen mit einer besonderen Aufgabe erinnert uns daran, was wir alle zusammen Besonderes erreichen können.