Besuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und von Doris Schmidauer im Haus der Menschenrechte in Linz.

»Da ist schon etwas gelungen«

Besuch im Haus der Menschenrechte in Linz.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch seinen Standpunkt bekräftigt, dass Österreich angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise Kinder und Frauen aufnehmen sollte. Anlass war ein Besuchs des Staatsoberhaupts im "Haus der Menschenrechte" in Linz.

"Wir erleben immer wieder, dass Kinder auf der Flucht sind - und zwar allein auf der Flucht", so Alexander Van der Bellen. Die erste Priorität müsse daher sein, "die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus den völlig überlasteten Lagern auf Lesbos und den griechischen Inseln herauszubekommen und diesen traumatisierten Kindern zum Beispiel in Österreich zu ermöglichen, ein neues Leben zu beginnen". In zweiter Linie denke er an Frauen mit Kindern aus Kriegsgebieten, wo der Mann oder Vater gestorben sei. "Das kann uns auch nicht kalt lassen."

Der Verein "SOS Menschenrechte" hat das alte Flüchtlingswohnheim in der Rudolfstraße mithilfe von 1.700 Spendern saniert. Nun leben dort rund 55 Asylwerber, vor allem Jugendliche, Frauen oder traumatisierte Flüchtlinge. Manche waren Opfer von Menschenhandel. Den Betroffenen werden im Haus Therapien, Sprachkurse und Rechtsberatung geboten sowie Unterstützung bei Herausforderungen des Alltags - von der Schule bis zum Arztbesuch. 


"Da ist schon etwas gelungen", zeigte sich das Staatsoberhaupt beeindruckt "wie viele Menschen hier Hilfe und Unterschlupf finden" und auch etwas lernen. Man sehe an dem Beispiel, dass Integration funktionieren könne, "wenn auf beiden Seiten der Wille da ist", so Bundespräsident Van der Bellen.

Besuch im Haus der Menschenrechte in Linz 4. März 2020

Fotos: Peter Lechner/HBF