»Sie haben sich Respekt und Anerkennung für ihre Pflichterfüllung und Leistungen erworben«

Ausmusterung des Berufsoffizier–Jahrganges und der Milizoffiziere am »Tag der Leutnante« an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt.

Sehr geehrter Herr Bundesminister!

Sehr geehrter Herr Generalstabschef!

Sehr geehrte Ehren- und Festgäste!

 

Mein besonderer Gruß gilt, den Damen und Herren Leutnante, die heute in das Bundesheer übernommen werden. Sie sind es, die heute im Mittelpunkt dieser traditionsreichen Feier stehen.

Als Bundespräsident und Oberbefehlshaber des Österreichischen Bundesheeres sehe ich mich als ihr Schirmherr und Unterstützer.

Dieser Tag beendet einen langen und hohe Anforderungen stellenden Ausbildungsweg, den Sie erfolgreich zurückgelegt haben. Dazu gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Im letzten Jahrzehnt sind wir alle Zeugen der Krisen in Süd-Ost Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie am afrikanischen Kontinent geworden, die letztendlich die Sicherheit Europas und seiner Bevölkerung infrage stellen. Durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union ist unser Land integraler Bestandteil des größten europäischen Friedens- und Solidaritätsprojektes nach dem Zweiten Weltkrieg geworden.

Mit ihrer Politik, die ausgerichtet ist auf Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, hat die Union Europa zu Frieden, Wohlstand und einer Blüte geführt, die seine einzelnen Länder isoliert nicht erreichen hätten können.

Die „Idee Europa“ braucht nicht nur Gemeinschaftssinn und Integrationswillen, sie braucht auch Sicherheit, die nach innen und nach außen gerichtet ist. Und dazu gehört auch Solidarität innerhalb der EU-Staaten mit den Menschen, die aufgrund ihres zerstörten Umfeldes zu uns kommen und Hilfe suchen.

Die Sicherheit Österreichs ist untrennbar mit jener der EU verbunden. Somit haben sich auch das Bundesheer und seine Aufgaben in den vergangenen Jahren signifikant gewandelt.

Die großen neuen Herausforderungen liegen in den Bereichen der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der Abwehr von Cyberangriffen.

Bei den Auslandseinsätzen ist es die Gewährleistung einer entsprechenden Sicherheitslage für die Bevölkerung in den Krisengebieten.

 

Sehr geehrte Angehörige des Österreichischen Bundesheeres!

 

Ich habe in den letzten sieben Monaten schon einen sehr guten Eindruck

von Ihren Fähigkeiten gewinnen können:

-      Begonnen habe ich mit einem Besuch beim Generalstab, wo mir ein guter Überblick über den derzeitigen Zustand des Österreichischen Bundesheeres und die künftigen Entwicklungen gegeben wurde.

-      Danach haben mir die Soldatinnen und Soldaten beim Kommando Schnelle Einsätze eindrucksvoll ihre Fähigkeiten nach Katastrophen und zum Schutz der österreichischen Bevölkerung gezeigt.

-      Die Milizsoldaten des Jägerbataillon Kärnten konnte ich auf der Seethaler Alpe kennenlernen. Ihr freiwilliges Engagement kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

-      Und die Zeit- und Berufssoldaten des Jägerbataillon 25 bewiesen mir in einer beindruckenden Vorführung ihre Fähigkeit, Auslandseinsätze aller Art zu bewältigen.

Ich freue mich auch schon sehr auf meine nächsten Besuche beim Österreichischen Bundesheer. Anfang Dezember werde ich etwa die Soldatinnen und Soldaten im Libanon besuchen.

All den bisherigen Besuchen war eines gemeinsam:

Die hohe Motivation aller Soldaten, und ihr ausgezeichneter Ausbildungsstand.

Klar ist aber auch, zur Bewältigung ihrer von der Republik gegebenen Aufgaben ist es unabdingbar, dass sie mit der notwendigen Ausrüstung und der entsprechenden Infrastruktur ausgestattet werden.

Daher darf das in den letzten 20 Jahren schon stark geschwächte Verteidigungsbudget nicht weiter unter Druck geraten. Dies würde nicht nur die Aufgabenerfüllung, sondern insbesondere das Leben der Soldatinnen und Soldaten in ihren Einsätzen gefährden.

Allen Soldatinnen und Soldaten möchte ich für ihren täglichen Einsatz danken, besonders jenen, die derzeit in Krisengebieten im Ausland ihren Dienst versehen und jenen, die im Sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz im Inland stehen.

Ebenso danke ich allen, die bei Naturkatastrophen unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern „Schutz und Hilfe“ geleistet haben.

Wo auch immer Sie im Einsatz waren und stehen, haben Sie sich Respekt und Anerkennung für ihre gewissenhafte Pflichterfüllung und professionellen Leistungen erworben. Dies sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

 

Meine Damen und Herren Leutnante!

 

Eine hohe kognitive und vor allem ausgeprägte soziale Kompetenz befähigt militärische Führungskräfte, den in zunehmendem Maße komplexer werdenden Aufgabenfeldern des Österreichischen Bundesheeres gerecht werden zu können.

Sie wurden in ihrer Ausbildung darüber hinaus vorbereitet, auch unter besonderen psychischen und physischen Belastungen handlungsfähig zu bleiben.

Sie haben gelernt, sich der besonderen Verantwortung als Führungspersönlichkeit in Einsätzen im In- und Ausland bewusst zu sein, wo sie die Verantwortung über die ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten tragen.

Sie haben sich dabei viel theoretisches Wissen angeeignet. Seien Sie sich aber bewusst, dass Sie damit nur eine wertvolle Basis für Ihren nächsten großen Lernschritt erhalten haben.

Das Geben von Befehlen ist einfach. Viel schwieriger ist es, seine Soldaten zu motivieren, für diese fürsorglich verfügbar und ein Vorbild zu sein.

Nehmen sie dabei die Unterstützung der Unteroffiziere und Offiziere in ihren zukünftigen Tätigkeitsbereichen an, die Ihnen viel Praxis und Erfahrung im Führen von Menschen vermitteln können.

 

Meine Damen und Herren Leutnante!

 

Sie beenden mit dem heutigen Tag ihre Ausbildung an der Militärakademie. Aus diesem Anlass, danke ich auch dem Lehr-und Führungspersonal, das Sie auf die vor Ihnen stehenden Herausforderungen bestens vorbereitet hat.

Sie, meine Damen und Herren Leutnante, werden in den unterschiedlichsten Funktionen Verantwortung übernehmen. Sie werden sowohl national als auch international dazu beitragen, dass Frieden und Sicherheit in unserer Heimat und in Europa erhalten bleiben.

Sie bekennen sich zu den demokratischen Werten, und Sie haben gelernt, als Offiziere stets den Menschen in den Mittelpunkt Ihres Denkens und Handelns zu stellen.

Ich danke Ihnen, dass Sie als Berufsoffiziere unserer Republik dienen. Ebenso danke ich auch den Leutnanten des Milizstandes, die bereit sind, neben ihrem zivilen Beruf, freiwillig sehr viel Zeit zu investieren, um als Offiziere zum Schutz der österreichischen Bevölkerung beizutragen.

Ich möchte diesen Dank mit einer symbolischen Geste verbinden: Es ist mir eine Ehre, den von mir gestifteten Ehrensäbel dem Jahrgangsersten, stellvertretend für den gesamten Ausmusterungsjahrgang, zu überreichen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg in Ihrem Beruf. Vor allem wünsche ich dem Österreichischen Bundesheer und unserem Land, dass Europa ein Kontinent des Friedens bleiben möge.

Es lebe das Österreichische Bundesheer!

Es lebe unsere Heimat, die Republik Österreich!

Es lebe unser gemeinsames Europa.

Ausmusterung des Jahrganges 'Fürst zu Löwenstein' und 'Tag der Leutnante'
Ausmusterung des Jahrganges 'Fürst zu Löwenstein' und 'Tag der Leutnante'