Doris Schmidauer: Ehrenamt und Engagement

Doris Schmidauer ist leidenschaftliche Managerin und Motivatorin. An der Seite des Bundespräsidenten will sie auch ganz bewusst thematische Akzente setzen.

„Ich bin vom Mut dieser Frauen sehr beeindruckt“, sagt Doris Schmidauer und schaut zu Birgit, Roswitha und Rosi, die an diesem Vormittag neben ihr sitzen. Die beiden Frauen leben in Häusern der Caritas und geben Einblick in ihre persönlichen Schicksale. Sie erzählen von Krisensituationen, von Gewalt und Angst – und wie sie diese Situationen gemeistert haben, wieder Mut gefasst haben. Die Caritas hat zur Pressekonferenz geladen und stellt gemeinsam mit Birgit, Rosi und Doris Schmidauer die #wirtun-Kampagne vor. Mit der Aktion werden Frauen unterstützt, die in Not geraten sind.

#wirtun

Doris Schmidauer unterstützt die Aktion #wirtun.

Ein paar Tage zuvor hat Doris Schmidauer ein Mutter-Kind-Haus der Caritas in Wien Brigittenau besucht. „Wir wollen Frauen, die von Armut oder Gewalt betroffen sind, Mut machen, möglichst frühzeitig Hilfe anzunehmen. Wir wollen diese oft unsichtbare Form der Armut sichtbar machen. Wir wollen und können ihnen dabei helfen, wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, sagt  Schmidauer. Sie unterstützt die Aktion #wirtun aus Überzeugung und hilft mit, Spenden für den Fonds zu sammeln.

Szenenwechsel. Wieder ist Doris Schmidauer für ein Herzensanliegen unterwegs. Wieder unterstützt sie eine Sache, an die sie glaubt. An diesem Abend spricht Doris Schmidauer über Klimaschutz, über Verantwortung, Kreativität, politischen Willen und Engagement.

In Wien sind rund tausend Gäste zur Eröffnung der Erdgespräche, einem renommierten Nachhaltigkeits-Event, zusammengekommen. „Wandel, Veränderung ist möglich, wenn alle etwas dazu beitragen“, sagt Doris Schmidauer in ihrer Eröffnungsrede. „Der Vielfalt an unseren Beiträgen sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist: Jeder Beitrag zählt! Gleichzeitig dürfen wir die Politik, die politischen Entscheidungsträger in Regierungen und Parlament nicht aus der Verantwortung lassen.“ Dem Publikum sind diese klaren Worte einen langen Zwischenapplaus wert.

Auch diesen Rahmen, diese geballte Aufmerksamkeit nützt Doris Schmidauer, um Frauen ins Rampenlicht zu stellen und auf so manche entscheidende weibliche Rolle in der Friedens- und Umweltschutzbewegung hinzuweisen.

Eine Rolle im Rampenlicht

Apropos Rolle: Die Partnerin des Bundespräsidenten wird auch in Österreich gerne als „First Lady“ bezeichnet. Anders als in den USA, von wo dieser Titel umgangssprachlich übernommen wurde, bekleidet die Partnerin oder der Partner des österreichischen Staatsoberhauptes kein offizielles Amt, übernimmt aber dennoch eine ganze Reihe an Aufgaben. Diese sind vielfältig, aber – anders als die Aufgaben und Kompetenzen des Bundespräsidenten – sind sie nicht gesetzlich festgehalten und vor allem: First Lady zu sein, ist in Österreich ein ehrenamtlicher Job. Traditionell begleitet die Frau des Bundespräsidenten ihn bei offiziellen Anlässen im In- und Ausland. Dabei werden die so genannten Partnerprogramme auch nach eigenen Interessen und Schwerpunkten gestaltet. Darüber hinaus wird Doris Schmidauer immer wieder von gemeinnützigen Organisationen, Institutionen oder Initiativen zu Veranstaltungen eingeladen und nimmt Auftritte wahr.

Als Frau des Bundespräsidenten hat Doris Schmidauer eine Rolle im Rampenlicht – eine gänzlich neue Rolle in ihrem Leben. Geboren 1963 im oberösterreichischen Grieskirchen, wächst Doris Schmidauer in Peuerbach auf, besucht dort die Volksschule und anschließend das wirtschaftskundliche Realgymnasium in Wels. In Wien studiert sie Politikwissenschaften und erlebt die Gründungszeit der Grünen hautnah mit – unter anderem bei der Besetzung der Hainburger Au. Ab 1990 ist sie im Grünen Parlamentsklub zunächst als Fachreferentin für die Bereiche Wirtschaft und Sozialpolitik zuständig, später wird sie Geschäftsführerin des Klubs – eine umfangreiche Managementaufgabe, bei der zwischenmenschliches und politisches Feingefühl gleichermaßen gefordert sind. Mit dem Ausscheiden der Grünen aus dem Nationalrat beendet Doris Schmidauer im Jänner 2018 diese Aufgabe und ist seitdem als selbstständige Unternehmensberaterin tätig – und natürlich geht auch ihr persönliches Engagement für soziale Themen und für den Umweltschutz weiter.