Inklusive Weihnachtsfeier mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg

Inklusive Weihnachtsfeier mit Alexander Van der Bellen

Bundespräsident: »Sichtbarkeit ist mehr als gesehen werden.«

Liebe Gäste!

Herzlich willkommen, schön, dass Sie heute hier sind! 

Vielleicht haben Sie es ja schon bemerkt, die Hofburg hat einen neuen Look: „Alles lila!“, so könnte man ihn nennen.

Von den Christbaumkugeln über die Tischdekoration bis hin zu anderen kleinen Details, die Sie entdecken können.

Die Farbe haben wir nicht ohne Grund ausgesucht!

Lila, oder „Purple“, ist die Farbe, die ein Zeichen für Menschen mit Behinderungen setzt.

Sie fällt auf, regt zum Nachdenken an, macht sichtbar. 

Genau darum geht es heute: um Sichtbarkeit. 

Sichtbarkeit ist mehr als gesehen werden. 

Sie bedeutet, ins Gespräch zu kommen. Gehört zu werden. Mitzugestalten.

Sichtbarkeit ist die Tür zu echter Inklusion. 

Ohne sie bleiben viele Menschen, ihre Fähigkeiten, ihre Wünsche, ihr Wissen und ihr einzigartiger Blick auf die Welt im Hintergrund.

Und wenn wir Menschen übersehen, dann fehlt uns nicht nur ein Teil der Vielfalt, sondern auch ein Teil der Ideen, der Erfahrungen, der Lösungen – die wir aber dringend brauchen!

Das Wort Inklusion wird oft verwendet, als wäre es Zauberwort. Aber das ist es nicht! Inklusion passiert nicht, weil wir davon reden. Sie passiert, wenn wir sie umsetzen. 

Eleanor Roosevelt hat einmal gesagt, dass Menschenrechte „an den kleinen Orten“ anfangen. So nah und so klein, „dass diese Orte auf keiner Weltkarte zu finden sind.“ 

Also dem Zuhause, in der Schule, der Nachbarschaft, dem Arbeitsplatz.

Wir alle sind verantwortlich dafür, wie zugänglich und offen – wie inklusiv – diese Orte sind.

Inklusion ist ein Menschenrecht! Wir alle müssen dahinter sein, dieses Recht einzufordern und zu ermöglichen. Da schaue ich vor allem in Richtung Politik, deren Aufgabe es ist, eine Welt zu gestalten, in der keine Hürden den Weg versperren.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, all jenen zu danken, die bereits jetzt so beherzt im Hintergrund wirken, und maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass Österreich ein Stück weit inklusiver wird.

Denn ja, es gibt viel, das bereits getan wird. Trotzdem bleibt für eine wirklich inklusive Gesellschaft noch viel zu tun. Es ist ein langer Weg!

Die heutige Weihnachtsfeier  soll ein Schritt auf diesem Weg sein. Mit diesem Abend, mit diesem neuen Look,  setzen wir ein Zeichen. Das Zeichen,  gemeinsam die Türen zu mehr Offenheit,  Verständnis und Begegnung zu öffnen.

Diese Begegnungen sind der Grund, warum ich mich jedes Jahr wieder darauf freue, dass wir alle hier vor Weihnachten zusammenkommen. Aber wie Sie ja vielleicht wissen,  hatte ich vor kurzem eine Operation. Ich kann daher leider diesmal nicht so lang bleiben wie üblich.

Aber mit meiner Frau Doris  sind Sie in den allerbesten Händen! Danke, Doris! 

Außerdem auch ein ganz herzliches „Danke“ an alle, die extra gekommen sind, um zum Gelingen unserer Feier beizutragen.´Das sind:

Die Eleven der Wiener Sängerknaben sowie das geschätzte Bläserensemble der Gardemusik Wien. Ich freue mich außerdem auf die Weihnachtsgeschichten gelesen von Schauspielerin Maria Köstlinger. Schön, dass Sie da sind.

Ebenfalls herzlich danken möchte ich den Dolmetscherinnen, die sich heute ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben. Vielen, vielen Dank!

Wir alle, auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, freuen uns jetzt auf ein schönes Fest mit Ihnen! Für das bevorstehende Weihnachtsfest und die Festtage wünsche ich Ihnen alles Gute. Und für das neue Jahr viel Kraft und Zuversicht!

Inklusive Weihnachtsfeier 13. Dezember 2024
Inklusive Weihnachtsfeier 13. Dezember 2024

Fotos: Peter Lechner/HBF