Sehr geehrte Damen und Herren!
Es ist das erste Mal, dass ich zwei renommierte Journalismus-Preise überreichen darf.
- den Robert Hochner-Preis an Corinna Milborn, Infochefin der TV-Sendergruppe ProSiebenSAT1PULS4
- den Kurt Vorhofer-Preis an Michael Sprenger, Innenpolitik-Chef der Tiroler Tageszeitung
Herzlich willkommen!
Besonders begrüßen möchte ich Frau Lydia Vorhofer, die am 21. Mai ihren 86. Geburtstag gefeiert hat.
Nachträglich herzliche Gratulation!
Ich begrüße darüber hinaus
· den Verbund-Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber, der dieses Projekt seit vielen Jahren unterstützt,
· den Präsidenten der Journalistengewerkschaft Mag. Franz C. Bauer, der sogleich das Wort ergreifen wird,
· den Chefredakteur der Kleinen Zeitung, also der „Vorhofer-Zeitung“, Mag. Hubert Patterer.
Ich begrüße alle Medienvertreterinnen- und vertreter, Chefredakteurinnen und –redakteure sowie all jene, die unserer Einladung gefolgt sind.
Meine Damen und Herren!
Paul Vecsei, „der gute Geist“ des Vorhofer- und Hochner-Preises wird gleich detailliert die Entscheidung der Jury begründen.
Ich möchte dennoch einige Attribute bereits herausgreifen:
Mut, Experimentierfreudigkeit, Authentizität, beste Vorbereitung, hervorragende Analysefähigkeit, konsequente Nachfrage, kritische Distanz.
Die "konsequente Nachfrage" von Corinna Milborn durfte ich im vergangen Jahr im Wahlkampf erleiden :-)
Aber was wäre Journalismus ohne konsequente Nachfrage?
Journalistinnen und Journalisten stehen in einem Nähe-Distanz-Verhältnis zu Politikerinnen und Politikern.
Sie brauchen die Nähe, um Informationen zu bekommen, aber auch Distanz, um gute Analysen schreiben zu können.
Michael Sprenger wird von der Jury zu Recht dafür gelobt, dass er "kritische Distanz zu allen Parteien" hält.
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wir erlebten dieser Tage und Wochen eine Reihe politischer Turbulenzen.
Die Rücktritte von Reinhold Mitterlehner und Eva Glawischnig, vor allem ihre Begründungen, haben eine Debatte ausgelöst.
Eine Debatte über den Umgangston in der Politik, aber auch über den Umgangston in der Berichterstattung über Politik.
Und erst recht über die teilweise aggressive Tonalität in den sozialen Netzwerken.
Bei aller Differenz in der Sache, bei aller Notwendigkeit für Kritik, - davon bin ich überzeugt - braucht es auf der persönlichen Ebene einen anderen Ton, ein anderes Klima, eine andere, bessere Gesprächskultur im Land.
Eine Kultur des Respekts, ein Mindestmaß an persönlicher Wertschätzung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Soziale Medien erlauben Interaktionen quasi in Echtzeit. Damit ergeben sich viele neue Chancen. Kaum jemals zuvor konnten Politikerinnen und Politiker, aber auch Journalistinnen und Journalisten, so direkt, so unmittelbar in Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern treten.
Ein kleiner Tweet kann heute die ganze Welt verändern. In jede Richtung.
Recherche, Nachdenklichkeit, Gelassenheit passen aber nicht in 140 Zeichen von Twitter und Co.
Notwendig sind Geduld, Erfahrung, Zähigkeit, ein präziser Blick und Vorurteilslosigkeit.
Corinna Milborn und Michael Sprenger werden genau für diese Qualitäten heute ausgezeichnet.
Ich danke Ihnen.