Bundespräsident: »Diesen Geist brauchen wir in Europa, um den Kampf gegen die Klimakrise zu gewinnen« - Ökonomische und technologische Themen bei Stockholm-Besuch im Fokus.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch in Schwedens Hauptstadt Stockholm mit Premier Ulf Kristersson die kommenden EU-Wahlen erörtert. Im Mittelpunkt des dreitägigen Arbeitsbesuchs in Begleitung einer von WKÖ-Präsident Harald Mahrer angeführten Wirtschaftsdelegation stehen Treffen mit ökonomischen und technologischen Schwerpunkten. "Die Kooperation in Europa funktioniert zumindest im wirtschaftlichen Bereich", zog der Bundespräsident eine erste Bilanz.
Im Gespräch mit Kristersson sei es vor allem um die verschiedenen Perspektiven vor den Europawahlen gegangen, so Alexander Van der Bellen. Man habe sich über Umfragen unterhalten, aber auch über mögliche Entwicklungen oder Umbrüche, die in Europa bevorstehen könnten. Etwa wenn in Frankreich bei kommenden Wahlen die rechtspopulistischen Kräfte um Marine Le Pen an die Macht kommen sollten.
The EU is a success story for our nations. Facing transboundary challenges & external threats, being united is the only way to go. Thanks @Sverigesriksdag Debuty Speaker Kenneth G Forslund for discussing the important issue of a strong EU role in security & defence matters. (vdb) pic.twitter.com/29fiVJviYk
— A. Van der Bellen (@vanderbellen) May 22, 2024
Der Bundespräsident erinnerte auch daran, dass Schweden gemeinsam mit Österreich vor fast 30 Jahren der EU beigetreten sei. "Im Vorfeld zur EU-Wahl am 9. Juni biete sich daher eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen", kommentierte Bundespräsident Van der Bellen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen "der gemeinsame Einsatz für eine weitere EU-Erweiterung, die europäische Sicherheitspolitik, die kommende Wahl zum Europäischen Parlament und die Bedeutung einer starken, selbstbewussten EU und eines geeinten Europas."
Generell zeigt Schweden für Bundespräsident Van der Bellen, wie gut sich "Umweltschutz und wirtschaftlicher Erfolg" vereinbaren ließen. "Tatsächlich können Maßnahmen zum Schutz des Klimas auch Ausgangspunkt für Innovationen und zukunftsweisende neue Ideen sein. Genau diesen Geist brauchen wir in Europa, um den Kampf gegen die Klimakrise zu gewinnen." Im Jahr 2017 verabschiedete Schweden ein Klimaschutzgesetz, das laut der Außenhandelsstelle der WKÖ eine Netto-Null-Emission von Treibhausgasen bis 2045 anstrebt und es somit zum ersten Land mit einem rechtlich verbindlichen Ziel der Kohlenstoffneutralität machte.
Besuch in der Wallenberg-Sphäre in Stockholm, Foto: Peter Lechner/HBF
Am Mittwochvormittag besuchten Bundespräsident Van der Bellen und Vertreter der Wirtschaftsdelegation in Stockholm die "Wallenberg-Sphäre". Diese nach der schwedischen Familie Wallenberg benannte Institution spielt eine zentrale Rolle in der schwedischen Wirtschaft, auch in den Bereichen Technologie und Innovation. Sie kontrolliert große Teile der Industrie des Landes, darunter bedeutende Unternehmen in den Bereichen Technologie, Finanzen, Fertigung und Pharmazie.
Weitere Besuche führten Alexander Van der Bellen etwa zu Northvolt Volthouse, einem 2016 als Start-Up gegründeten Hersteller von grünen Lithium-Ionen-Batterien für die Elektromobilität sowie für stationäre Energiespeicher.