Bundespräsident: »Wir müssen alles tun, dass die tödliche Spirale erst gar nicht beginnt.«
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat bei einem Abschiedsbesuch der scheidenden, slowakischen Präsidentin, Zuzana Čaputová, angesichts des Attentats auf Premier Robert Fico vor Polarisierung gewarnt. Das Attentat "hat uns alle geschockt", sagte Alexander Van der Bellen am Mittwoch in einem Pressegespräch mit Kollegin Čaputová auf Schloss Hof. Solche Angriffe hätten aber immer eine Vorgeschichte. "Wir müssen alles tun, dass die tödliche Spirale erst gar nicht beginnt."
"Am Anfang steht das verletzende Wort, darauf folgt die verhetzende Rede, dazu gesellt sich das Schweigen, das Wegschauen", erklärte Bundespräsident Van der Bellen. Liberale Demokratien ermöglichten das friedliche Austragen von Gegensätzen.
Nicht die Spaltung der Gesellschaft bringt uns weiter, sondern die gemeinsame Anstrengung, die Lebensumstände von allen Menschen zu verbessern. (vdb) pic.twitter.com/36Th75v9Zu
— A. Van der Bellen (@vanderbellen) May 29, 2024
Präsidentin Čaputová sprach die Polarisierung und Fragmentierung der slowakischen Gesellschaft an. Auch sie selbst sei Drohungen ausgesetzt gewesen, bestätigte sie. Sicherheitsrisiken seien ein Grund für ihre Entscheidung gewesen, nicht mehr zu kandidieren - wenn auch nicht der dominierende. Zuzana Čaputovás Amtszeit endet Mitte Juni. "Ich fühle mich in meinem Land sicher", betonte die Präsidentin.