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"Der heutige Tag ist ein Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort Wien"

01.03.2017 | Reden

Rede des Bundespräsidenten zur Eröffnung des neuen Laborgebäudes des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie im Campus Vienna Biocenter

Sehr geehrte Damen und Herren!

Für mich ist der heutige Anlass in gewisser Hinsicht die „Heimkehr zu etwas Neuem“.

Denn nicht zuletzt durch meine Tätigkeit als Beauftragter der Stadt Wien für Universitäten und Forschung ist mir das IMP und der Neubau, den wir heute an die künftig hier Forschenden übergeben, durchaus gut bekannt.

Die Planungen gehen ja bis auf Jahre 2012/13 zurück, wenn auch der eigentliche Baubeginn vor zwei Jahren stattfand. Kein Wunder also, dass mir das Projekt vertraut ist.

Und heute steht es vor uns, dieses eindrucksvolle, neue Gebäude, mit dem sein Auftragsgeber, Boehringer Ingelheim, ein beachtenswertes Commitment zur Grundlagenforschung und zum Standort Wien abgibt. Nicht zuletzt wegen dieses Engagements zählt Wien zu den dynamischsten Adressen für molekularbiologische Grundlagenforschung in Europa.

 

Meine Damen und Herren!

Der heutige Tag ist ein wichtiger Tag für die molekularbiologische Forschung in Österreich; Ein wichtiger Tag für die Spitzenforschung; Ein wichtiger Tag für die Grundlagenforschung.

Die heute anwesenden hochrangigen Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft unterstreichen diese Bedeutung. Der heutige Tag ist daher auch ein Bekenntnis - der Herr Bürgermeister hat bereits darauf hingewiesen- zum Wissenschaftsstandort Wien, dessen mächtigstes Standbein das Vienna Biocenter hier in Neu Marx bildet.

Diese Bedeutung erschließt sich sogar dem Laien – und zwar durch den einfachen Umstand, dass es eine gleichnamige Schnellbahnstation gibt, was nur den wenigsten Institutionen hierzulande glückt.

 

Meine Damen und Herren!

Die Geschichte des IMP zeigt, dass Grundlagenforschung ein Feld ist, das einen langen Atem erfordert. Das liegt im Wesen der Grundlagenforschung, die man durchaus als generationenübergreifende Forschung bezeichnen könnte.

Denn bis die Ergebnisse in der Anwendung, gar in der industriellen, ihren Niederschlag finden, verstreichen oftmals 30 Jahre oder mehr.

Grundlagenforschung ist wie eine Reise ins Ungewisse. Und je ungewisser, desto spannender. Manchmal kommen mir die Forscherinnen und Forscher vor wie die großen Entdeckungsreisenden der frühen Neuzeit.

Sie wissen oft nicht, was sie erwartet, sie können kaum einschätzen, welchen Hindernissen sie begegnen werden oder ob ihr Proviant reichen wird. Am Ende kommen nicht immer alle ans Ziel, oder selbst wenn sie an ein Ziel gelangen, kann es eines sein, dass sie gar nicht angepeilt haben. Und sie haben damit etwas gefunden, was sie gar nicht gesucht haben.

Ich glaube, dass man zugespitzt sagen könnte, dass die großen Expeditionen der Gegenwart im Labor stattfinden. Um einen solchen Weg konsequent zu beschreiten, bedarf es einer Grundeigenschaft:

Dem Vertrauen zum Unbekannten.

Vertrauen zum Unbekannten – etwas, was Böhringer Ingelheim eindrucksvoll bewiesen hat.

Ich möchte daher den Verantwortlichen für dieses neue Laborgebäude danken und ihnen gratulieren. Ich möchte allen, die hier arbeiten dürfen, eine spannende und bereichernde Zeit wünschen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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