Überreichung des Großen Silbernen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich an Herrn Landeshauptmann von Kärnten Gerhard DÖRFLER
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Sehr geehrte Frau Dörfler!
Sehr geehrter Herr Staatssekretär!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Sehr herzlich heiße ich Sie alle hier in der Wiener Hofburg willkommen.
Diese Feierstunde führt uns zusammen, um den Herrn Landeshauptmann von Kärnten und mit ihm auch das von ihm repräsentierte Bundesland zu würdigen.
Der Rahmen, in dem dies erfolgen soll, wurde mit Ihnen, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, vereinbart und die anwesenden Gäste nach Ihren Vorschlägen eingeladen.
Mit Ihnen, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, begrüße ich Ihre Gattin, Ihre Mutter und alle anwesenden Mitglieder Ihrer großen Familie sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die heute mit Ihnen nach Wien gekommen sind.
Sehr herzlich begrüße ich auch Staatssekretär Dr. Josef Ostermayer, dem ich gestern aus gegebenem Anlass – der teilweise auch mit dem Bundesland Kärnten zu tun hat – die gleiche Auszeichnung überreichen konnte, die heute Ihnen, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, zuteil wird.
Herr Landeshauptmann!
Karriereplanung ist ein Begriff, der aus dem modernen Berufs- und Wirtschaftsleben nicht wegzudenken ist. Politische Karrieren sind hingegen nicht so leicht planbar, weil sie in demokratischen Staaten und Gesellschaften vor allem vom Vertrauen der Wählerinnen und Wähler abhängen, und weil sie darüber hinaus immer wieder auch von unvorhersehbaren Ereignissen beeinflusst werden.
Dafür ist Ihre politische Laufbahn, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, ein besonders markantes Beispiel.
Vor ca. 3 ½ Jahren konnten Sie und wir alle nicht ahnen, dass Sie wenige Wochen später infolge des tragischen Unfalltodes Ihres Amtsvorgängers das Amt des Landeshauptmannes von Kärnten übernehmen würden.
Sie haben damals diese Herausforderung angenommen und Ihr hohes Amt unter sicher nicht leichten Umständen angetreten.
Im Zuge Ihrer Amtsführung haben Sie, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, wie wir alle, die in politischen Funktionen tätig sind, Erfolge errungen, Zustimmung erfahren – insbesondere bei der Landtagswahl von 2009 – aber sicherlich auch Enttäuschungen erlebt. All dies ist Bestandteil des Engagements in öffentlichen Funktionen.
Dabei hat die Vita des LH Dörfler ja nicht erst im Oktober 2008 mit der Wahl und Angelobung zum Kärntner Landeshauptmann begonnen. Die Zwischenbilanz, die es heute zu ziehen gilt, bezieht sich auf fast 57 Lebensjahre, von denen mehr als ein Jahrzehnt der Verantwortung in Regierungsämtern des Bundeslandes Kärnten gewidmet war.
Aus dem Bankwesen und aus leitenden Funktionen in der Brauereiwirtschaft kommend, wurden Sie, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, im Jahr 2001 in die Kärntner Landesregierung berufen und waren zunächst als Landesrat und später auch als Landeshauptmann-Stellvertreter für die Bereiche Tourismus, Verkehr, Straßenbau, Familienförderung und für das Kindergartenwesen zuständig.
Etliche dieser Ressorts betreuen Sie auch als Landeshauptmann weiter, und neue Agenden sind dazu gekommen.
Die Verfassung unserer Republik und die Verfassungen der Bundesländer weisen den Landeshauptleuten zahlreiche Aufgaben zu. Landeshauptleute sind oberste Repräsentanten ihres Bundeslandes, Regierungschefs und Organe der mittelbaren Bundesverwaltung. Die Anforderungen an dieses Amt sind hoch.
Bleibende Erfolge zu erzielen ist nicht einfach. Daher möchte ich einen großen und bleibenden Erfolg Ihrer Amtszeit, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, anlässlich Ihrer heutigen Ehrung besonders ansprechen: Ich meine die Lösung der sogenannten „Kärntner Ortstafelfrage“; mehr als 56 Jahre nach der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages und nach vielen Anläufen, Bemühungen und Rückschlägen, die sich über Jahrzehnte hingezogen haben.
Da Sie, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, im Mai 1955, also im Jahr und im Monat der Unterzeichnung des Staatsvertrages geboren wurden, kann man sagen, dass es Ihnen vergönnt war, an der Lösung eines Problems entscheidend mitzuwirken, das Kärnten während Ihres gesamten Lebens begleitet, und wohl auch belastet hat.
Die Ortstafelfrage wurde nicht von Ihnen allein, aber unter Ihrer tatkräftigen Mitwirkung in guter Zusammenarbeit mit der Bundesregierung – vertreten durch Staatssekretär Dr. Ostermayer – , mit den Landtagsparteien, aber auch mit den Repräsentanten der slowenischen Volksgruppe Kärntens gelöst und zwar in einer Weise, die sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene breite Zustimmung erfahren hat.
Auf diese erfolgreiche Mitwirkung an der Lösung einer Frage, die viele politische Amtsträger und viele Bürgerinnen und Bürger innerhalb und außerhalb Kärntens viele Jahre hindurch beschäftigt hat, können Sie, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, mit Recht stolz sein.
Die heutige Ehrung mit einem sehr hohen Ehrenzeichen der Republik Österreich soll ein symbolisches Dankeschön für die soeben geschilderten Verdienste bei der Lösung einer staatspolitischen Aufgabe, aber auch dafür sein, dass Sie seit mehr als einem Jahrzehnt in Spitzenfunktionen der Kärntner Landespolitik und als Landeshauptmann erfolgreich tätig sind.
Und ich darf persönlich hinzufügen, dass ich als Bundespräsident bei Besuchen in Kärnten von Ihnen, Herr Landeshauptmann, immer in einer freundschaftlichen, gastfreundlichen und für eine korrekte Zusammenarbeit offenen Weise empfangen wurde.
Ich darf Ihnen daher nunmehr auf Grund eines einstimmigen Antrages des Ministerrates, dem ich gerne Rechnung getragen habe, das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich überreichen.
Ich gratuliere Ihnen herzlich zu dieser hohen Auszeichnung und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute!