Rootline Navigation

Staatsbesuch des Fürsten und Großmeisters des Souveränen Malteser Ritterordens in Österreich

27.02.2012 | Presseaussendungen

Bundespräsident Heinz Fischer begrüßt Fra' Matthew Festing am Beginn des dreitägigen Aufenthaltes mit militärischen Ehren in der Wiener Hofburg, es folgen ein Arbeits- und Pressegespräch

Der Großmeister und Fürst des Souveränen Malteser Ritterordens, Frà Matthew Festing, der mit allen protokollarischen Vorrechten eines Staatsoberhauptes ausgestattet ist, wird am Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Österreich erwartet. Festings verstorbener Vorgänger, Frà Andrew Willoughby Ninian Bertie, hatte Österreich 1989, 1999, 2001 und 2006 Staatsbesuche abgestattet.

Die Begrüßung mit militärischen Ehren durch Bundespräsidenten Heinz Fischer erfolgt Montag (27. Februar) um 14.00 Uhr im Inneren Burghof. Daran schließt sich ein Arbeitsgespräch mit nachfolgendem Pressegespräch an. Für den späten Nachmittag ist ein Gespräch mit Bundeskanzler Werner Faymann vorgesehen. Am Dienstag besucht der Großmeister UNO-Organisationen in Wien und trifft mit Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger zusammen. Nach einer Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Wien steht ein Besuch des Liechtenstein-Museums auf dem Programm. Am Mittwoch besucht Festing Einrichtungen des Malteser Ritterordens in der Steiermark. Nach einer Zusammenkunft mit Diözesanbischof Egon Kapellari wird der Großmeister das Gestüt Piber in Augenschein nehmen.

Festing (62), wie sein Vorgänger Brite, wurde 2008 zum 79. Großmeister gewählt. Sein voller Titel lautet "Seine Hoheit und Eminenz, Frà Matthew Festing, Fürst und Großmeister des Souveränen Ritter- und Hospitalordens des Hl. Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta". Der seit über neun Jahrhunderten bestehende Orden ist auf allen Kontinenten im humanitären und karitativen Bereich tätig. Ebenso wie der Heilige Stuhl ist der Malteserorden Völkerrechtssubjekt und unterhält zu zahlreichen Staaten diplomatische Beziehungen. Der auf Lebenszeit gewählte Großmeister - seit 1607 Reichsfürst und kirchenrechtlich einem Kardinal gleichgestellt - hat Anspruch auf die Doppel-Anrede "Hoheit und Eminenz". Seit 1834 residieren die Großmeister in Rom.

Seinen Ursprung hatte der 1099 gegründete Orden in einem von Kaufleuten aus Amalfi gegründeten Spital für Händler und Pilger. Die Krankenpflege, aber auch der Glaubenskampf im Heiligen Land waren seine Hauptanliegen. Nach dem Fall Akkos 1291 verlegte der Orden vorübergehend seinen Sitz nach Zypern. Nach der Eroberung von Rhodos dehnte er seine Herrschaft bis auf das kleinasiatische Festland aus. Rhodos erlag 1523 dem Ansturm der Osmanen, worauf der Ordenssitz nach Viterbo in Italien verlegt wurde. Als Ersatz für Rhodos wurde Malta von Kaiser Karl V. erbeten und 1530 gegen einen symbolischen Tribut zum Lehen genommen.

1565 konnten die nunmehr "Malteser" genannten Ordensritter einen Ansturm der türkischen Flotte abwehren. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Rolle des Ordens als "Polizei des Mittelmeeres" immer schwächer. Fast kampflos eroberten die Franzosen 1798 Malta. Danach war der Bestand des Ordens so gefährdet, dass die Ritter den orthodoxen russischen Zaren Paul I., Sohn von Katharina der Großen, satzungswidrig zu ihrem Großmeister wählten. Die im Frieden von Amiens 1802 zugesicherte Rückgabe Maltas unterblieb, die Insel wurde 1814 britische Kronkolonie, die Besitzungen des Ordens wurden in den meisten Staaten entschädigungslos säkularisiert. er/ar

Quelle: APA/PrK

Aktionen