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"Ich habe die größte Hochachtung vor den vielen Menschen, die auch in diesem Jahr – da bin ich sicher – wieder spenden werden. Große Summen, kleine Beträge, je nach Möglichkeiten"

07.11.2017 | Reden

Begrüßungsworte von Bundespräsident Alexander Van der Bellen anlässlich der Auftaktveranstaltung zur 45. Aktion "Licht ins Dunkel 2017/2018" in der Wiener Hofburg

Sehr geehrter Herr Generaldirektor Wrabetz!

Sehr geehrte Frau Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting!

Sehr geehrter Herr Nekula, Präsident des Vereins LICHT INS DUNKEL!

Sehr geehrte Frau Radinger, Geschäftsführerin des Vereins LICHT INS DUNKEL!

Meine Damen und Herren!

 

Herzlich willkommen in der Präsidentschaftskanzlei! Ich freue mich, Sie alle hier begrüßen zu dürfen.

Für mich ist das heute meine erste Auftaktveranstaltung als Schirmherr von LICHT INS DUNKEL.

Für die Aktion, und damit auch für Sie, ist das hingegen ein Tag der Jubiläen:

Heuer, 2017, findet die Aktion bereits zum 45. Mal statt. Zum 40. Mal als ORF-Sendung am Weihnachtsabend.

Zum 10. Mal gibt es einen Aktionstag, in allen Medien des ORF.

Dazu kann ich nur herzlich gratulieren!

Viel wurde seit der Gründungsidee in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten geleistet, erarbeitet, erfunden, weiterentwickelt wurde.

Ich erinnere an Radio NÖ am 24. Dezember 1973. Es gab ein „Wunschkonzert“, moderiert vom damaligen Intendanten Kurt Bergmann. Die Hörerinnen und Hörer wurden aufgerufen zu helfen: dem „Behindertendorf in Sollenau“, wie es damals hieß.

Der Rohbau der Einrichtung war fertig, aber für alles Weitere fehlte das Geld.

Dabei war das Projekt so wichtig. Es sollte erstmals für Menschen mit Behinderung in Österreich die Möglichkeit geben, nach ihrer Pflichtschulzeit bzw. wie das damals, Anfang der 1970er Jahre üblich war, „Sonderschulzeit“, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden.

Das Ergebnis des Aufrufs im Radio: 33.854,-- Schilling. Gespendet innerhalb einer halben Stunde.

Das war beeindruckend! In doppelter Hinsicht: das finanzielle Ergebnis und auch das gesellschaftlich-soziale Ergebnis:

Menschen mit Behinderung wurden erstmals hereingeholt in die Mitte der Gesellschaft.

Das Projekt Sollenau war die erste Einrichtung dieser Art. Es gibt sie heute noch. Menschen mit Behinderungen aus ganz NÖ gehen hier einer normalen, geregelten Beschäftigung nach. Das war 1973.  Von da an ging es steil aufwärts. Jahr für Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt. Bis hin zur weit über unsere Grenzen hinaus bekannten, mehrstündigen Live-Fernsehsendung LICHT INS DUNKEL.

Jedes Jahr mit viel prominenter Unterstützung und großzügigen Herzen.

Aufgrund des Erfolgs, des Wachsens und Gedeihens, mussten neue Strukturen her:

1989 wurde der Verein LICHT INS DUNKEL gegründet. Große soziale Organisationen taten sich zusammen, der Soforthilfefonds wurde eingerichtet usw. usw. LICHT INS DUNKEL wurde Vorbild, für „Nachbar in Not“ 1992 für „HELFEN. WIE WIR“ 2015 als zivilgesellschaftliche Antwort auf die Flüchtlinge, die 2015 nach Österreich kamen.

Und heute stehen wir erneut hier, um die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Eine Erfolgsgeschichte mit viel Tradition, aber auch mit viel kreativer Innovation.

Mit einem Wort:

LICHT INS DUNKEL ist für viele Österreicherinnen und Österreicher, und das seit – ich glaube, man kann sagen - Generationen der Inbegriff für Solidarität und soziales Engagement geworden. Ein vertrauter Begleiter in der Vorweihnachtszeit. In nüchternen Zahlen ausgedrückt: Seit 1973 haben die Österreicherinnen und Österreicher insgesamt 273 Millionen Euro gespendet.

Und sie haben nie nachgelassen:

12,9 Millionen allein im Vorjahr. 418 Projekte zugunsten von sozial benachteiligten Kindern, Familien, Männern und Frauen, sowie Menschen mit Behinderung.

Diese kurze Skizze beweist, eine große Veränderung beginnt – wie so oft – im Kleinen:

da eine Idee, dort ein paar engagierte Menschen, dann die Bündelung aller Kräfte, dazu die Bereitschaft, sich ein Problem in der Gesellschaft etwas genauer anzusehen, nämlich die konkrete Lage von Betroffenen. Und dann wird daraus etwas ganz Großes.

„Licht ins Dunkel“ ist eine Marke geworden, die dem ORF auch international viel Anerkennung einbringt.

 

Meine Damen und Herren!

Einen Aspekt möchte ich heute besonders hervorheben:

Dank der Aktivitäten von LICHT INS DUNKEL wurde viel weitergebracht in Sachen Chancengerechtigkeit für Menschen mit Behinderung. Eingefahrene Denkmuster wurden verändert, neue Handlungsspielräume eröffnet, Barrieren und Vorurteile abgebaut. Viele sinnvolle, nachhaltige Projekte wurden umgesetzt, die Inklusion möglich machen.

Der ORF und LICHT INS DUNKEL haben an dieser positiven Entwicklung einen großen Anteil.

Aber das Signal ist eindeutig:

Wir sind eine Gesellschaft und daher auch füreinander da.

 

Meine Damen und Herren!

Ich habe die größte Hochachtung vor den vielen Menschen, die auch in diesem Jahr – da bin ich sicher – wieder spenden werden. Große Summen, kleine Beträge, je nach Möglichkeiten.

Ich danke Ihnen schon heute sehr herzlich!

Und ich danke dem ORF und dem Verein LICHT INS DUNKEL! und all den vielen helfenden Händen, die Jahr für Jahr dafür sorgen, dass die Hilfen organisatorisch und finanziell auch dorthin kommen, wo sie dringend gebraucht werden.

 

Vielen, vielen Dank und nochmals herzlich Willkommen!

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