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Eröffnung des Klimaschutzgipfels "Austrian World Summit 2018" in Wien

15.05.2018 | Presseaussendungen

Zum zweiten Mal wird in der Wiener Hofburg der von Arnold Schwarzenegger initiierte Klimaschutzgipfel "Austrian World Summit" eröffnet. Schwerpunktthema: Die direkte Auswirkung der Luftverschmutzung auf die menschliche Gesundheit

Am heutigen Dienstag wird in der Wiener Hofburg der zweite "Austrian World Summit" veranstaltet. Arnold Schwarzenegger wird beim Umweltgipfel seiner Klimaschutzinitiative R20 wieder persönlich anwesend sein und dort auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßen. Ein Schwerpunktthema ist die direkte Auswirkung der Luftverschmutzung auf die menschliche Gesundheit.

Ebenso wird die Finanzierung und konkrete Umsetzung von Klimaprojekten diskutiert. Schwarzeneggers Engagement für eine "gesunde" Erde werden 1.200 Teilnehmer folgen. Neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der wieder den Ehrenschutz übernommen hat, und Bundeskanzler Sebastian Kurz werden unter anderem die norwegische Premierministerin Erna Solberg, EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic oder Pekings Vizebürgermeister Sui Zhenjiang in der Hofburg erwartet. Die Initiative R20 Regions of Climate Action wurde 2011 von Schwarzenegger in Kooperation mit den Vereinten Nationen gegründet. Sie will mit lokalen und regionalen Ansätzen dabei helfen, globale Ziele zum Klimaschutz und zur Förderung einer Grünen Wirtschaft zu erreichen.

Umweltpolitik/Umweltverschmutzung/Ressourcen/Wien

Bundespräsident Alexander Van der Bellen: "Nach 50 Jahren Diskussion muss etwas geschehen"
UN-Generalsekretär António Guterres: "Jeden Tag sehe ich die Probleme der Welt, aber keines ist so groß wie der Klimawandel" 

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der wieder den Ehrenschutz des Gipfels innehat, erinnerte daran, dass es bei allen Veränderungen die Pioniere seien, "die voran gehen, bis aus einer Vision eine Bewegung wird, die nicht mehr aufzuhalten ist" - und diese brauche es, um den Wandel des Weltklimas zu stoppen.

Der Pariser Klimavertrag sei zwar historisch, "ob er reicht, ist aber nicht sicher", stellte Van der Bellen fest. Der Umstieg von fossilen auf CO2-neutrale Energien sei leicht gesagt, "aber nicht weniger als eine neue industrielle Revolution", eine Revolution die man schaffen müsse und schaffen werde.

"Aber wir sind an einem Wendepunkt angelangt", führte der Bundespräsident weiter aus. Es ginge nicht um heißere tage, um eine größere Zahl an Unwettern, intensivere Gewitter oder längere Trockenperioden. "Es geht darum die letztlich irreversiblen folgen des Klimawandels zu verhindern", und nach etwa 50 Jahren der Diskussion müsse etwas geschehen, denn "was wir nicht jetzt tun, wird uns später viel mehr auf den Kopf fallen.

Österreich habe den Kampf gegen den Klimawandel als kleines Land genau so mitzutragen, wir können noch viel besser werden. Die österreichische Klimastrategie solle ein Vorbild für die EU werden. Alexander Van der Bellen lobte abschließend die Idee für einen CO2-Mindestpreis und prophezeite mit Blick in Richtung der UN-Klimakonferenz 2018 in Kattowitz unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft: "Das wird ein hartes Stück Arbeit."

UN-Generalsekretär António Guterres betonte, dass es auch um die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ginge, mit denen sich die UN-Staaten bis 2030 dazu verpflichteten, die Lebensumstände ihrer Bevölkerung und ihr Umweltverhalten zu verbessern, und dass die in Paris festgelegten Ziele nicht ausreichen werden. "Jeden Tag sehe ich die Probleme der Welt, aber keines ist so groß wie der Klimawandel."

Hier zu scheitern, würde auch alle anderen Ziele obsolet machen, daher brauche man alle Ressourcen, um die Klimaziele zu erreichen. Dafür brauche es Führungsqualitäten und Innovationskraft, forderte der UN-Generalsekretär in seiner Ansprache. Rund ein Fünftel der Energie werde bereits durch Erneuerbare geliefert, die Preise dafür in den vergangenen Dekaden gesunken und die Investitionen in diesen Sektor steigen, sagte der UN-Generalsekretär weiter. "Grüne Energie macht nicht nur aus klimatischen Überlegungen Sinn, sondern auch aus wirtschaftlicher Hinsicht", argumentierte António Guterres.

Ex-Gouverneur gegen "Opferrolle" beim Kampf gegen fossile Energien: "Wir sind die Gewinner" - Bundespräsident ortete Wendepunkt - Zweiter R20-Gipfel in Wiener Hofburg 

Rund 1.200 Besucher haben sich am Dienstag beim zweiten "Austrian World Summit" in der Wiener Hofburg eingefunden. Arnold Schwarzenegger, seine Initiative R20 veranstaltet den Gipfel, sah bei seinen Mitstreitern gegen den Klimawandel zu oft die Opferrolle eingenommen. "Man muss aufzeigen, was bereits hier und jetzt passiert", sagte er angesichts von Millionen Toten durch Luftverschmutzung.

"Das sind mehr Tote als durch Aids, als durch Tuberkulose", sagte der 70-Jährige, "mehr als durch Kriege getötet werden" - über diese täglichen Tragödien müsse man sprechen. Der Ex-Gouverneur bezog sich auf eine kürzlich publizierte Studie der WHO, wonach mehr als 90 Prozent der Menschen verschmutzter Luft ausgesetzt und rund sieben Millionen Menschen daran jährlich sterben. Mit Optimismus soll man den Kampf gegen die fossilen Energieformen bestreiten: "Ihr könnt Euch nicht verstecken, wir sind die Gewinner".

Die Veranstaltung im Festsaal war vor diesen Worten mit Unterstützung der Wiener Sängerknaben eröffnet worden - erst auf der Videowall, wo sie in einem riesigen Ozean in einem Boot rudernd gezeigt wurden - Stichwort "Anstieg der Meeresspiegel" - und anschließend live mit einem kurzen Bühnenauftritt, ehe die insgesamt vier Hauptredner ans Pult traten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz startete nach einem ungeplanten, regierungskritischen Statement der NGO "System Change, not Climate Change" mit leichter Verspätung. "Das zeigt, dass Klimaschutz ein Thema ist, das bewegt", lautete der Kommentar des Kanzlers auf die Aktion. Er hielt fest, dass die Frage nicht jene nach "Wachstum oder Nachhaltigkeit" sei, sondern dass es um ein nachhaltiges Wachstum gehe. "Wir brauchen einen CO2-Mindestpreis im Emissionshandel", lautete seine Forderung, die später auch Parteikollegin Umweltministerin Elisabeth Köstinger bei einer Pressekonferenz wiederholte.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte dann, dass es auch um die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ginge, mit denen sich die UN-Staaten bis 2030 dazu verpflichteten, die Lebensumstände ihrer Bevölkerung und ihr Umweltverhalten zu verbessern. "Jeden Tag sehe ich die Probleme der Welt, aber keines ist so groß wie der Klimawandel." Hier zu scheitern, würde auch alle anderen Ziele obsolet machen.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der erneut den Ehrenschutz des Gipfels innehat, nannte den Pariser Klimavertrag historisch, "ob er reicht, ist aber nicht sicher". Der Umstieg von fossilen auf CO2-neutrale Energien sei "nicht weniger als eine neue industrielle Revolution". Man sei an einem Wendepunkt angelangt, nach etwa 50 Jahren der Diskussion müsse etwas geschehen, um den Klimawandel zu stoppen. Er lobte abschließend die Idee für einen CO2-Mindestpreis und prophezeite mit Blick in Richtung der UN-Klimakonferenz 2018 in Kattowitz unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft: "Das wird ein hartes Stück Arbeit."

Der erste der beiden Fachdialoge im Festsaat widmete sich anschließend dem Thema der Zielerfüllung. Als die Schwierigkeit, "den Widerspruch zwischen Innovation, Wachstum und Klimaschutz aufzulösen", bezeichnete Umweltministerin Elisabeth Köstinger die Aufgabe, eine integrierte Klima- und Energiestrategie zu erstellen. Die norwegische Premierministerin Erna Solberg betonte den Lenkeffekt von CO2-Steuern, denn obwohl das Land weiterhin fossile Energie produziere, falle hier ein relativ kleiner Fußabdruck an. Der Transformationsprozess zu den Erneuerbaren sei auch Ziel der EU, hielt Kommissions-Vizepräsident Maros Sefcovic fest. Neben entsprechenden Gesetzen und Finanzierung müsse man den Bürgern "aber auch die Vision vor Augen führen". "Wir müssen zeigen, dass wir etwa anzubieten haben, dass es keinen Grund gibt, sich Sorgen zu machen - auch während des Übergangs."

Zahlreiche weitere Fachdialoge standen beim "Austrian World Summit" noch am Programm, die "R20 Movie Night" im Gartenbaukino beendet dann den zweiten Gipfel in Wien. Die Arbeit der Initiative geht hingegen weiter. "Wir sind kein Eintages-Showbusiness-Event", hielt Mitinitiatorin Monika Langthaler-Rosenberg vor kurzem fest, da R20 ganzjährig an grünen Projekten mitwirkt.

Quelle: APA/PRK

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