Wien -Der zypriotische Präsident Demetris Christofias glaubt nicht daran, dass sein Land Hilfe aus dem Euro-Rettungsschirm benötigen werde. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Heinz Fischer am Montag in Wien schloss er diese Möglichkeit aber nicht aus. Wegen der engen wirtschaftlichen Beziehungen der zypriotischen Banken mit Griechenland müsse Zypern 1,8 Milliarden Euro für die Rettung einer Bank aufstellen. Derzeit werde noch diskutiert, woher das Geld kommen könnte.</lead><//lead> Es gebe mehrere Möglichkeiten: "Entweder den Weg, den Griechenland gegangen ist. Ich glaube nicht, dass Zypern diesen Weg braucht." Oder es gebe den Weg einer Kreditaufnahme zur Unterstützung der Volksbank. "Ohne die Exposition der Banken Zyperns den griechischen Anleihen gegenüber und dem griechischen Finanzsystem gegenüber bräuchten wir keine Unterstützung aus dem Stabilitätsmechanismus der Europäischen Union", erklärte Christofias im Hinblick auf den permanenten Rettungsschirm ESM. Der zypriotische Präsident verwies darauf, dass die Wirtschaft seines Landes gar nicht so eng mit jener Griechenlands verbunden ist, wie vielfach angenommen. Die Transaktionen machten laut ihm nur ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Sowohl Heinz Fischer als auch Demetris Christofias zeigten sich gegenüber Griechenland zurückhaltend. Zunächst seien die Wahlen und die Entscheidungen der neuen Regierung abzuwarten, betonte Fischer, der sich auf Diskussionen über einen Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht einlassen wollte. Es sei "unseriös, leichtfertig und fehlerhaft, sich jetzt auf Prognosen einzulassen", sagte er. Christofias erklärte, er wage es nicht, sich vorzustellen, dass Griechenland aus der Eurozone austritt. "Wir können nur erahnen, was das für Zypern, für die zypriotische Wirtschaft und für das zypriotische Volk bedeuten würde." Im Hinblick auf die Parlamentswahl sagte er, das griechische Volk sein souverän und könne über sein eigenes Schicksal entscheiden. Er hoffe aber, dass das griechische Volk eine Entscheidung fälle, die allen am besten diene. ade/hf/ar |
Quelle: APA |
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