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Karl Renner (1870-1950)

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Bundespräsident von 1945 bis 1950

Der Jurist Karl Renner, geb. in Unter-Tannowitz/Mähren, schloss sich in seiner Jugend der sozialdemokratischen Bewegung an, wurde Parlamentsbediensteter und 1907 Reichsratsabgeordneter. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie fungierte er im Oktober 1918 als Leiter der sogenannten Staatskanzlei und war bis Juni 1920 dadurch de facto-Regierungschef. In dieser Zeit leitete er auch die Delegation Österreichs bei den Friedensverhandlungen von St. Germain. 1930 bis 1933 Präsident des Nationalrates, wurde er 1934 vorübergehend inhaftiert. 1938 sprach er sich für den Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland aus. 1945 beauftragte die sowjetische Besatzungsmacht Dr. Karl Renner mit der Bildung einer provisorischen Regierung und am 20.Dezember 1945 wählte ihn die Bundesversammlung zum ersten Bundespräsidenten der Zweiten Republik; er bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod am 31.Dezember 1950.