»Uns eint das Bedürfnis nach mitfühlender Erinnerung«

Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet das Denkmal zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde im burgenländischen Mattersburg. In seiner Rede plädiert er für eine »Kultur des friedlichen, respektvollen Miteinanders«.

In Mattersburg ist am Sonntag eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde der Stadt eröffnet worden. Rund 500 Juden waren nach dem sogenannten "Anschluss" aus Mattersburg vertrieben, enteignet und zum Teil ermordet worden. Bei seiner Rede mahnte Bundespräsident Alexander Van der Bellen, "dass wir das niemals vergessen werden und dass sich das niemals wiederholen darf".

Es sei bedrückend, wenn man sich überlege, wie die jüdische Bevölkerung anlässlich des November-Pogroms ihrer Würde, ihres Besitzes, ihrer Rechte, ihrer Heimat und viele auch ihres Lebens beraubt wurden, so der Bundespräsident. Er zählte mehrere Namen von Menschen auf, die unter der Nazi-Zeit in Mattersburg ermordet worden waren. Sowohl bei den Opfern als auch bei den Tätern habe es sich um Österreicher gehandelt. Das Gedenken erfolge in Verbundenheit mit den Juden von Mattersburg. Es sei "ein Versuch, ein Stück weit, ihnen ihre Würde zurückzugeben", so Alexander Van der Bellen. Dies bedeute aber auch, "jedem Ansatz" von Antisemitismus, Rassismus oder Hetze keinen Platz zu geben. Er trete für eine "Kultur des friedlichen, respektvollen Miteinanders" ein. Darin sehe er auch die Zukunft Österreichs sowie der Europäischen Union. Die Gedenkstätte wurde am Platz der ehemaligen jüdischen Synagoge von Mattersburg errichtet. Die Synagoge war, wie auch der größte Teil des jüdischen Viertels, 1940 gesprengt worden. Das Denkmal in Form von drei Stelen und einem Torbogen war von Michael Feyer entworfen worden. Feyer hatte sich auch um die Finanzierung und die Projektleitung gekümmert. Im Anschluss an die Veranstaltung fand eine Kranzniederlegung beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) statt.

APA/PRK

Feierliche Eröffnung der Gedenkstätte 'wir erinnern - Begegnung mit dem jüdischen Mattersburg'