»Klimakrise - Die größte Herausforderung unserer Zeit!«

Bundespräsident Alexander Van der Bellen appelliert bei Klimakonferenz COP24 in Katowice für mehr Klimaschutz und stellt seine COP 24-Initiative vor

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich bei seiner Rede bei der offiziellen Eröffnung der Klimakonferenz COP24 in Katowice in Polen am Montag prominente Unterstützung geholt. Nach wenigen Minuten übergab er "seinem Freund" Arnold Schwarzenegger für einen "Pep-Talk" das Wort, der wiederum das Plenum beschwor, künftig mehr lokale Akteure beim Klimaschutz mit an Bord zu holen.

Bevor der Bundespräsident - außer Protokoll - das Wort übergab, appellierte auch er an die Delegierten für mehr Maßnahmen zum Klimaschutz. "Wir sind die erste Generation, die mit schnell ansteigenden Temperaturen konfrontiert ist - und wir sind wahrscheinlich die letzte, die etwas dagegen tun kann", sagte Alexander Van der Bellen.

Der Bundespräsident stellte vor den Delegierten seine COP24-Initiative vor. Der Appell für mehr Klimaschutz wurde inzwischen von 18 europäischen Staatsoberhäuptern bzw. Regierungschefs unterzeichnet. Alexander Van der Bellen kann sich vorstellen, dass dieses Netzwerk auch nach der COP24 bestehen bleibt.

Arnold Schwarzenegger betonte in seiner Rede, dass nicht die ganzen USA aus dem Klimavertrag ausgestiegen seien. Washington sei zwar "ein wenig hintennach", doch die Wissenschafter sowie viele Gouverneure und Bürgermeister hätten den Klimavertrag nicht gekündigt. Zudem habe in den USA bei den Umweltgesetzen und Initiativen der Bund viel weniger Einfluss. "70 Prozent wird auf lokaler Ebene entschieden", sagte Schwarzenegger. Und dort seien auch enorme Fortschritte zu sehen.

An der Klimakonferenz übte der Weltstar und ehemalige US-Politiker auch Kritik, diese hätte gerade gegenüber den lokalen Akteuren beim Klimaschutz "einen blinden Fleck". "Aber dort ist die Action", unterstrich der ehemalige Gouverneur von Kalifornien. Bei der kommenden COP25 sollten demnach auch mehr dieser Akteure geladen und gehört werden. "Dann verspreche ich auch: I'll be back", zitierte der Schauspieler erneut aus seinem Film "Terminator".

COP24-Treffen „entscheidend“ für Welt-Klimavertrag

Zum Auftakt des Klimagipfels COP24 in Katowice hat die Weltgemeinschaft dem Treffen die entscheidende Rolle für die Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015 zugewiesen. "Katowice ist die wichtigste Konferenz seit Paris", sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Montag zur Eröffnung mit Teilnehmern aus fast 200 Ländern.

Hier müssten die Zusagen aus Paris überprüfbar gemacht werden. "Für viele Länder ist es eine Frage von Leben und Tod", betonte Antonio Guterres. Der polnische Präsident Andrzej Duda sagte: "Ohne Erfolg in Katowice kann der Vertrag von Paris die Erwartungen nicht erfüllen."

Bundespräsident Alexander Van der Bellen holte sich bei seiner Rede prominente Unterstützung. Nach wenigen Minuten übergab er "seinem Freund" Arnold Schwarzenegger für einen "Pep-Talk" das Wort, der wiederum das Plenum beschwor, künftig mehr lokale Akteure beim Klimaschutz mit an Bord zu holen. Zuvor hatte Van der Bellen gemahnt:



"Wir sind die erste Generation, die mit schnell ansteigenden Temperaturen konfrontiert ist - und wir sind wahrscheinlich die letzte, die etwas dagegen tun kann."



Der Bundespräsident stellte zudem seine COP24-Initiative vor. Der Appell für mehr Klimaschutz wurde inzwischen von 18 europäischen Staatsoberhäuptern bzw. Regierungschefs unterzeichnet.

Zum einen geht es in Katowice darum, die Pariser Zusagen der einzelnen Staaten zu sammeln und vergleichbar zu machen. Dafür soll es ein Regelbuch geben. Die Fortschritte sollen außerdem überprüft und transparent gemacht werden. Zudem muss die finanzielle Unterstützung der ärmsten Staaten nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen gesichert werden. Ferner soll es zumindest Signale geben, dass man seine Anstrengungen verstärken will. Das ist nötig, um das in Paris verankerte Ziel, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu halten, erreichen zu können. Alle diese Fragen sind aber strittig. Antionio Guterres verwies darauf, dass nach derzeitigem Stand viele Staaten ihre Zusagen von Paris nicht einhielten. "Wir sind in Schwierigkeiten, wir sind in großen Schwierigkeiten." Der Treibhausgas-Ausstoß hat 2017 erneut einen Rekord erreicht. "Wenn wir versagen, werden die Arktis schmelzen, die Korallen verschwinden und die Kosten für Naturkatastrophen explodieren", warnte der UN-Generalsekretär.

Die Konferenz in Katowice läuft zwei Wochen. In der ersten werden vor allem die zahlreichen Nichtregierungs-Organisationen berichten und Arbeitsgruppen die Runde der Minister vorbereiten. Diese sollen in der zweiten Woche die entscheidenden Vereinbarungen erreichen. Österreich kommt während der COP24 durch den EU-Vorsitz eine besondere Bedeutung zu, denn dadurch hat es die Aufgabe, die EU-Staaten so zu koordinieren, dass sie eine geschlossene Haltung einnehmen. Bundespräsident Van der Bellen ist in der Anfangsphase in Katowice, zuvor hatte er bereits seine Initiative gestartet, die als gemeinsamer Appell europäischer Staatsoberhäupter zum Erfolg des Gipfels beitragen soll.
Quelle: APA/Reuters/PRK
 

Bundespräsident warnte bei der Eröffnung des Österreich-Stands vor »globalem Klimakollaps«

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstag bei der Klimakonferenz in Katowice (COP24) in Polen den Stand der österreichischen Wirtschaftskammer eröffnet. Österreich zähle bei sauberer Technologie und Energie zu den Spitzenländer der Welt. "Jetzt muss es nur noch angewendet werden", sagte der Bundespräsident.

Alexander Van der Bellen warnte mit den Worten "wir stehen vor dem globalen Klimakollaps" erneut vor der enormen Gefahr des Klimawandels. Die gute Nachricht sei aber, dass inzwischen die nötige Technologie bereit steht, um die Gefahr einzudämmen. Österreich zähle hierbei zu den führenden Ländern. Der Sektor ist aber nicht nur für das Klima, sondern - mit seinen zehntausenden Arbeitsplätzen - auch für die Wirtschaft von Bedeutung, meinte der Bundespräsident. Auf dem Stand werden Projekte österreichischer Unternehmen präsentiert, die in Sachen Klimaschutztechnologie vorbildlich sind.


Bundespräsident besuchte auch »Climate Hub« von Greenpeace 


Nach ersten Gesprächen am Klimagipfel (COP24) in Katowice in Polen ist Bundespräsident Alexander Van der Bellen weiterhin "gemäßigt zuversichtlich", dass die Delegierten zu einem positiven Ergebnis kommen. "Es gibt einen Konsens darüber, dass etwas geschehen muss", sagte der Bundespräsident am Dienstag. 
Hauptaufgabe der Konferenz ist es, die 2015 in Paris von den Staaten beschlossene Verpflichtung, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, in konkrete Maßnahmen umzusetzen und in einem Regelbuch festzumachen. Zwar gäbe es hierfür noch unterschiedliche Positionen bei den einzelnen Ländern, doch glaubte Van der Bellen, dass dies trotz "Mühen auf der Ebene" noch gelingen werde.

Neben seinen Treffen mit Politikern besuchte der Bundespräsident auch das Veranstaltungszentrum "Climate Hub" von Greenpeace. "Der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten ist ein starkes Zeichen an die Zivilgesellschaft", sagte Annabella Rosemberg, Programmdirektorin von Greenpeace International.

Alexander Van der Bellen traf sich dabei auch mit Vertretern der Pazifischen Inselstaaten und einem Team von Greenpeace Russland, das durch die Erderhitzung verursachte Waldbrände bekämpft. "Während die Regierungen untätig sind, stehen diese Menschen mit vollem Engagement für mehr Klimaschutz ein", unterstrich Rosemberg.

Zudem begrüßte die Programmdirektorin die internationale Initiative des Bundespräsidenten für mehr Klimaambition, die bereits von 18 weiteren Staats- und Regierungschefs unterstützt wird: "Der Handlungsaufruf von Alexander Van der Bellen ist unmissverständlich: Um das Pariser Klimaziel von höchsten 1,5 Grad Celsius Erderhitzung noch erreichen zu können, müssen alle Staaten ihre Klimaschutzpläne noch vor deren Inkrafttreten 2020 erheblich verbessern".

Außerdem nahm der Bundespräsident an der "Katowice Partnerschaft für E-Mobilität" teil. Dort betonte Alexander Van der Bellen die Wichtigkeit, den Verkehr nach und nach auf E-Mobilität unzustellen - auch in Österreich, wo der Straßenverkehr mit rund einem Drittel der Gesamtemissionen Klimasünder Nummer eins ist. Alexander Van der Bellen war überzeugt, dass sich diese Technologien durchsetzen werden. Für große Autohäuser seien Elektrofahrzeuge auch bereits "längst keine Zukunft mehr, sondern Realität". (Quelle: APA/PRK)

3.12.2018: UN-Klimakonferenz COP 24 in Katowice

Fotos: Peter Lechner/HBF

Teilnahme von Bundespräsident Alexander Van der Bellen an der UN-Klimakonferenz COP 24 in Katowice von Montag, 3. bis Dienstag, 4. Dezember 2018

Montag, 3. Dezember

09.00 Uhr: Begrüßung durch Präsident Andrzej Duda, UN-Generalsekretär Antonio Guterres und die Präsidentin der Vollversammlung Maria Fernandes Espinosa, International Congress Centre/Katowice

09.45 Uhr: Familienfoto der Staatsoberhäupter und Regierungschefs, International Congress Centre/Katowice

10.00 Uhr: Teilnahme an der offiziellen Eröffnungszeremonie des Klimagipfels COP 24 und des Leaders Summit, International Congress Centre/Katowice

11.20 Uhr: Präsentation der Deklaration „Just transition“, International Congress Centre/Katowice

11.35 Uhr: Präsentation der „People´s Seat Initiative“, International Congress Centre/Katowice

11.40 Uhr: Session of the Heads of States and Gouvernements mit einer Rede von Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen, International Congress Centre/Katowice

Dienstag, 4. Dezember

10.30 Uhr: Eröffnung des Standes der Wirtschaftskammer Österreich, Österreich Pavillon/International Congress Centre/Katowice

11.30 Uhr: Teilnahme am Panel „Declaration Driving Change Together – Katowice Partnership for Electromobility“, International Congress Centre/Katowice

13.30 Uhr: Besuch beim „Climate Hub“, Katowice

14.00 Uhr: Besuch des Standes der Europäischen Union und weiterer Stände bei den Länderpavillons, Katowice