Eröffnung der Ausstellung "Caravaggio & Bernini. Entdeckung der Gefühle" im Kunsthistorischen Museum

»Dieses Vertrauen ist eine Qualität, die durch lange harte Arbeit erlangt wird«

Ausstellungseröffnung: »Caravaggio & Bernini. Entdeckung der Gefühle« im Kunsthistorischen Museum.

Eröffnungsrede von Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Exzellenzen!

Sehr geehrte Frau Generaldirektorin Sabine Haag!

Meine Damen und Herren!

 

Was wir bisher über die heutige Ausstellung gehört haben, war spannend und kenntnisreich. Ich kann dem beim besten Willen nichts hinzufügen – zumindest nicht an Expertise.

Wohl aber an Begeisterung, denn ich hatte das Privileg, die Ausstellung bereits besichtigen zu können. Es ist eine ebenso kluge wie ausdrucksstarke Schau  – und besonders für Fans des Barockzeitalters ein Leckerbissen.

 

Diese Ausstellung ist, wie viele andere auch, das Produkt einer Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Museen auf der ganzen Welt. In diesem Fall mit italienischen.

Was eigentlich ganz selbstverständlich klingt. Es ist aber kein leichtes Unterfangen, wie Kuratorinnen und Kuratoren wissen.

Denn auch im 21. Jahrhundert ist für Leihgaben ein Moment bestimmend: Vertrauen.

Dieses Vertrauen ist eine Qualität, die durch lange und harte Arbeit erlangt wird. Sie wird über Jahre hinweg aufgebaut und ist eine der vielen unsichtbaren Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Museums.

Vielen Dank dafür.

 

Sie Alle tragen damit auch zu guten bilateralen Beziehungen bei. Denn abseits der politischen Beziehungen, die durchaus wechselvoll sein können, stellen Kunst und Kultur ein Band dar, das weit weniger krisenanfällig ist. Dies kann ich auch bei meinen Auslandsreisen beobachten, wenn eine Kunst- und Kulturdelegation mit an Bord ist.

Meine Damen und Herren!

Lassen Sie mich noch auf einen Punkt eingehen: Nämlich die letzten zehn Jahre des Kunsthistorischen Museums.

Es waren jene 10 Jahre – Sie alle wissen das -, in denen Sabine Haag diesem Haus vorstand. Sie hat es, wie nicht nur ich meine, hervorragend geführt. Dafür möchte ich Ihnen, sehr geehrte Frau Haag, herzlich danken!

Dass die heutige Ausstellung nicht die letzte sein wird, die Sie zu verantworten haben, ist seit Kurzem bekannt. Das ändert aber nichts daran, dass es angemessen erscheint, einen Blick zurück zu werfen.

 

Sie werden sich noch erinnern: Die Kunstkammer, jenes große Kleinod einer herrschaftlichen Kunstsammlung, zu dem auch die weltberühmte Saliera zählt – sie war 10 lange Jahre geschlossen. 2013 wurde sie wiedereröffnet, neu und klug gestaltet.

Schon zwei Jahre zuvor, 2011, war der renovierte Theseustempel wiedereröffnet worden und eine Reihe von sehr erfolgreichen, zeitgenössischen, künstlerischen Interventionen wurden in diesem klassizistischen Ambiente gestartet.

2017 schließlich wurde das generalsanierte und neu gestaltete Weltmuseum wiedereröffnet – ein gelungener Neustart.

Formate wie „Ganymed“ oder Zeitgenössisches von Edmund de Waal bis Wes Anderson erschlossen dem Museum neue Publikumsschichten und machten von sich reden.

Und dass mit der großen Bruegel-Ausstellung im vergangenen Jahr Geschichte geschrieben wurde – das haben wir alle noch in bester und lebhaftester Erinnerung.

Vielen Dank, Sabine Haag, für diese spannende Zeit. Ich wünsche Ihnen aber auch alles Gute für die Zukunft.

 

Mir bleibt nur noch zu sagen:

Die Ausstellung ist eröffnet.

Eröffnung der Austellung "Caravaggio & Bernini" 14. Oktober 2019

Fotos: Peter Lechner/HBF