Bundespräsident Alexander Van der Bellen betont Verbundenheit mit dem Fürstentum Liechtenstein

Mit der Reise nach Liechtenstein schloss Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Reigen der Auftaktbesuche in den österreichischen Nachbarländern ab.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Liechtensteins Erbprinz Alois haben am Dienstag die Verbundenheit Österreichs und des Fürstentums betont. Es bestehe eine "besondere Verbindung" - politisch, wirtschaftlich und kulturell - über Jahrhunderte hinweg, unterstrichen sie bei ihrem Treffen in Vaduz. Zum Ausdruck brachten dies auch Ordensverleihungen an Alexander Van der Bellen und an Erbprinzessin Sophie.

Der Bundespräsident nannte die Zeitspanne der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und dem Haus Liechtenstein bzw. dem Fürstentum - mehr als 900 bzw. 300 Jahre - "einmalig". Die Zusammenarbeit werde laufend gestärkt, verwies er etwa auf polizeiliche Kooperation, die gegenseitige Anerkennung von Bildungsabschlüssen oder auch "ähnliche außenpolitische Ziele" wie Rechtsstaatlichkeit oder die Wahrung der Menschenrechte.

Erbprinz Alois seinerseits erklärte, dass die Anlehnung an das österreichische Recht Liechtenstein nachhaltig geprägt habe und trotz des Zollvertrags beibehalten worden sei. Durch den Beitritt des Fürstentums zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und zum Schengen/Dublin-Abkommen seien die Beziehungen noch vertieft worden. "Wir sind über mehr als 40 Verträge miteinander verbunden", stellte der Erbprinz fest. Alexander Van der Bellen versprach dem Monarchen auch einen Informationsaustausch in Sachen "Brexit", von dem Liechtenstein sowohl direkt als auch indirekt betroffen sei.

Das offizielle Programm des Treffens von Van der Bellen in Liechtenstein bildete insbesondere die Themenbereiche Wirtschaft, Bildung und Nachhaltigkeit ab. So besuchten die Delegationen das Marxer Active Energy Building, ein Grünenergiehaus des österreichischen Architekten Anton Falkeis, sowie die Heiztechnik-Firma Hoval. Ebenso wurde die Universität Liechtenstein besucht. Auch in dieser Hinsicht betonten Van der Bellen und Alois die vielfältigen Verflechtungen der beiden Länder - etwa dass über 10.000 österreichische Staatsbürger in Liechtenstein bzw. bei liechtensteinischen Firmen arbeiten. Großteils handelt es sich dabei um Grenzgänger aus Vorarlberg. Umgekehrt kommt ein erheblicher Anteil der Studenten an der Universität Liechtenstein aus Österreich.

Um die Verbundenheit Österreichs mit Liechtenstein auch symbolisch zum Ausdruck zu bringen, verlieh Erbprinz Alois dem österreichischen Bundespräsidenten den "Groß-Stern des fürstlich liechtensteinischen Verdienstordens", was sich das Staatsoberhaupt nach eigenen Worten gar nicht verdient hatte. Er seinerseits zeichnete Alois' Gattin, Erbprinzessin Sophie, mit dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich" aus und lud das Liechtensteiner Fürstenpaar zu einem Gegenbesuch in Wien ein.

Mit der Reise nach Liechtenstein schloss Van der Bellen den Reigen der Auftaktbesuche in den österreichischen Nachbarländern ab. Quelle: APA/PRK