Besuch im Wiener Integrationshaus

Besuch im Wiener Integrationshaus

»Wir brauchen Menschen wie Sie! Ich bin froh und dankbar, dass es Sie alle gibt. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.«

Bei einem Treffen mit jugendlichen Flüchtlingen im Wiener Integrationshaus erinnerte Alexander Van der Bellen daran, dass auch er selbst als Sohn estnischer Zuwanderer in Tirol aufwuchs und erst mit 15 Jahren österreichischer Staatsbürger wurde. Den Jugendlichen, die eine Lehre aufnehmen wollen, riet der Bundespräsident, neben Deutsch und Englisch auch die eigene Muttersprache zu lernen. "Versuchen Sie, dreisprachig zu sein", gab Alexander Van der Bellen ihnen mit auf den Weg. Denn er bedaure es bis heute, von seinen Eltern kein Russisch gelernt zu haben.

Kritik übte Bundespräsident Van der Bellen an der Abschiebung von Lehrlingen in Ausbildung. "Es ist wirtschaftlich unvernünftig, es ist unverständlich und es ist inhuman", betonte der Bundespräsident.  Außerdem erinnerte er daran, dass die Akzeptanz von Flüchtlingen auch bei früheren Flüchtlingsbewegungen - etwa Ungarn und Jugoslawien - in Wellenbewegungen verlaufen sei: "Ich hoffe, dass wir jetzt an einem Tiefpunkt sind und es dann wieder aufwärts geht."

Ein großes Anliegen des Budndespräsidenten ist es, die ehrenamtliche Arbeit der Flüchtlingsbetreuer im Integrationshaus vor den Vorhang zu holen:

Weil ehrenamtliche, gutmenschliche Arbeit zu wenig gewürdigt wird.


Das Integrationshaus wurde 1995 als private Initiative gegründet, betreut etwa 7.000 Menschen pro Jahr und wird von 250 Freiwilligen unterstützt. Bei einem Budget von acht Millionen Euro stammen demnach 1,2 Millionen Euro aus privaten Spenden.

Besuch im Wiener Integrationshaus 21. Februar 2019

Copyright: Peter Lechner/HBF