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Schweiz-Besuch: Heinz Fischer im "Zentrum des Universums"

11.06.2013 | Presseaussendungen

Bundespräsident, Margit Fischer und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle im berühmten "Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire". Wissenschafter aus der ganzen Welt forschen hier nach den Bausteinen der Materie

Genf/Paris - Als Besucher stand Bundespräsident Heinz Fischer am Dienstag im Kernforschungszentrum CERN im "Zentrum des Universums". Zumindest formulierte dies CERN-Generaldirektor Rolf Heuer so, der Heinz Fischer gemeinsam mit Wissensschaftminister Karlheinz Töchterle am Sitz des Zentrums bei Genf sowie auf einer Station des im 2008 eingeweihten weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC ("Large Hadron Collider") auf französischem Staatsgebiet begrüßte.

In die "Mitte des Universums" stießen Heinz Fischer und Karlheinz Töchterle dann doch nicht vor, aber immerhin rund 90 Meter unter die Erde in den kreisförmigen LHC-Tunnel, der sich in einem Umfang von 27 Kilometern unter dem Schweizer Kanton Genf und das angrenzende Frankreich erstreckt. Dort werden von mitunter riesigen Maschinen winzige Kernteilchen zu Forschungszwecken aufeinander losgelassen. Neben der "Fundamentalphysik" hat CERN laut seinem Generaldirektor vor allem auch innovative Erkenntnisse zum Ziel, die etwa der medizinischen Forschung zugutekommen.

Um die 2.300 (darunter rund 1.000 wechselnde) Mitarbeiter arbeiten in dem "Labor für Völkerverständigung", wie es Rolf Heuer angesichts der multinationalen Belegschaft formulierte. Aus Österreich sind derzeit rund 130 wissenschaftliche Mitarbeiter bei CERN am Werk. 120 Österreicher haben das Doktoranden-Programm bei CERN bereits absolviert, ein Viertel davon blieb gleich in der Forschungsstation, wie Heuer ausführte. Rund 40 Prozent gingen nach Österreich zurück.

Ab den späten 1950er bis 1965 arbeitete auch der Austria-Amerikaner Victor Weisskopf (1908 - 2002) bei CERN, am Ende als Generaldirektor. An ihn konnte sich der Bunespräsident noch lebhaft erinnern. Weisskopf habe bei der Abstimmung über das AKW Zwentendorf im Jahr 1978 als Berater des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky (S) fungiert, erzählte Heinz Fischer. Die Abstimmung ging für Kreisky damals knapp verloren. Das AKW Zwentendorf ging bekanntlich nie in Betrieb.

Für Heinz Fischer stand am Abend in der Schweizer Hauptstadt Bern noch ein Treffen mit Bundespräsident Ueli Maurer von der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) auf dem Programm.

Mögliche Themen waren dabei sicherheitspolitische Fragen (in der Schweiz steht in diesem Jahr noch eine Abstimmung über die Abschaffung der Wehrpflicht bevor), Migration (die Schweiz hat mit 23 Prozent einen der höchsten Ausländeranteile Europas), der Kampf gegen Steuerflucht und die Abstimmungen vom vergangenen Sonntag. Dabei hatte Maurers SVP einen Sieg (keine Entschärfung des Asylrechts) und eine Niederlage (keine Direktwahl der Schweizer Regierung) erlitten.

ed/an

Quelle: APA/PrK

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