Heinz Fischer und Juan Carlos I. eröffneten neuen OSZE-Sitz in Wien
"Gemeinsames Arbeitsprogramm für Frieden, Wohlstand und Demokratie" -
Bundespräsident und Spaniens König erörterten EU-Fragen
Wien - Der spanische König Juan Carlos I. und
Bundespräsident Heinz Fischer haben am Mittwochnachmittag den neuen Sitz des
Headquarters der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
in Wien eröffnet. Die OSZE sei ein "gemeinsames Arbeitsprogramm für Frieden,
Wohlstand und Demokratie für unseren gesamten Kontinent", erklärte Juan Carlos
anlässlich der feierlichen Zeremonie im Palais Palffy-Erdödy in der Wiener
Innenstadt. Fischer meinte, Österreich nehme "seine Verantwortung als
Gastgeberland für wichtige internationale Organisationen sehr ernst".
"Die Respektierung der Menschenrechte und grundsätzlicher Freiheiten, von
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind ein essenzieller Teil der vereinbarten
Werte", lobte Fischer in seiner Ansprache die Arbeit der OSZE. Juan Carlos,
dessen Land heuer den OSZE-Vorsitz innehat, erinnerte daran, dass sowohl
Österreich als auch Spanien 1975 die Schlussakte von Helsinki unterzeichneten,
in denen Vereinbarungen über die Menschenrechte, die Zusammenarbeit in
Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Umwelt, Sicherheitsfragen sowie Fragen der
Zusammenarbeit in humanitären Angelegenheiten getroffen wurden.
"Dies öffnete den Weg für die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in
Europa, aus der 1994 die OSZE hervorgegangen ist", sagte der spanische Monarch.
Damals sei es noch nicht vorhersehbar gewesen, dass die Konfrontationen zwischen
Ost und West in Europa ein paar Jahre später verschwinden würden. "Heute
arbeiten dank der OSZE 56 Länder auf einer ebenbürtigen Basis zusammen, um
mitzuhelfen, dass unser Kontinent ein zunehmend sicherer Bereich wird."
Am Nachmittag hatte Fischer den spanischen König zu einem Meinungsaustausch
in der Hofburg empfangen. Gesprächsthemen waren der EU-Vertrag, die EU-Erweiterung, der Nahost-Konflikt
und der Kosovo. Spanien steht einer Unabhängigkeit des Kosovo nicht zuletzt
wegen Abspaltungsbestrebungen im eigenen Land (Basken, Katalanen) eher skeptisch
gegenüber.
Quelle: APA