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Gespräch mit Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy in Madrid

08.10.2013 | Presseaussendungen

Im Rahmen des zweitägigen Arbeitsbesuches des Bundespräsidenten fand auch ein Meinungsaustausch auf höchster politischer Ebene statt. So wurden u. a. Lösungsansätze gegen die Krise des Landes diskutiert

Madrid - Österreich bietet Spanien Unterstützung im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit an, die in dem südwesteuropäischen Land derzeit rund 56 Prozent beträgt.

Bei einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy am Dienstag in Madrid lud Bundespräsident Heinz Fischer Spanien zu einem am 7. November in Wien stattfindenden Expertentreffen ein. Dort soll das österreichische Know How auf diesem Gebiet vermittelt werden, insbesondere das duale Ausbildungssystem in Unterricht und betrieblicher Praxis.

Wie Heinz Fischer nach dem Treffen mit Rajoy im Moncloa-Palast weiter mitteilte, wurde neben zahlreichen anderen Themen auch die wirtschaftliche Lage Spaniens erörtert. Hier gebe es eine langsam sich abzeichnende Erholung.

Die zur Überwindung der Krise notwendigen Anstrengen würden von der spanischen Regierungspartei PP als politische Belastung empfunden, sagte der Bundespräsident. Ministerpräsident Rajoy habe in diesem Zusammenhang "mit Interesse registriert", dass in Österreich die beiden stärksten Parteien nach den Wahlen trotz Stimmenverlusten die beiden stärksten geblieben seien. Spanien habe Interesse, dass sich Österreich weiter in das europäische Geschehen einschalte, etwa bei der Neuregelung des Bankensektors.

Ein weiteres Thema war die spanische Kandidatur für den UN-Sicherheitsrat. Den Vorschlag, ein Abkommen zur gegenseitigen Unterstützung der jetzigen spanischen Bewerbung und einer künftigen österreichischen Kandidatur habe Rajoy positiv aufgenommen, berichtete der Bundespräsident. Bei der Frage eines geplanten Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine, das beim Gipfel der östlichen Partnerschaft im November besiegelt werden soll, habe Mariano Rajoy dagegen Zurückhaltung signalisiert.

Neben politischen Gesprächen absolvierte der Bundespräsident auch eine Reihe von Kulturterminen.

Höhepunkt war Montag Abend die Eröffnung einer Velazquez-Ausstellung zusammen mit Königin Sofia, bei der Leihgaben aus dem Kunsthistorischen Museum gezeigt werden. Durch die Ausstellung werde die Relevanz der historischen Kulturkontakte beider Länder unterstrichen, sagte der Bundespräsident.

Am Dienstag besuchte Heinz Fischer zusammen mit seiner Frau Margit Fischer das Kunstzentrum Reina Sofia, wo sie das unter dem Eindruck des spanischen Bürgerkriegs entstandene Riesengemälde von Pablo Picasso, "Guernica", besichtigten.

za/hf

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Quelle: APA/PrK

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