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Festveranstaltung für die Freiwilligen der Hochwasserkatastrophe 2013 "Österreich sagt Danke"

29.11.2013 | Reden

"Wir sind stolz auf Euch! Österreich sagt Danke für Euren Einsatz!" Heinz Fischer dankt allen Freiwilligen für ihren großen Einsatz und mehr als eine Million Einsatzstunden, die sie in der schweren Zeit geleistet haben.

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
sehr geehrte Frau Bundesministerin,
geschätzte Präsidenten und Ehrengäste,
liebe Helferinnen und Helfer,
sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist zweifellos eine ausgezeichnete Idee, eine große Veranstaltung unter dem Motto „Österreich sagt Danke“ zu organisieren.

Und es macht mir große Freude, hier bei dieser Festveranstaltung – die der Auszeichnung von Freiwilligen dient, die stellvertretend für weitere Tausende Freiwilligen in unserem Land stehen, meinen persönlichen Dank und den Dank der Republik zum Ausdruck zu bringen.

Der Anlass zu dieser heutigen Feierstunde ist, wie dies auch durch den kurzen filmischen Rückblick in Erinnerung gebracht wurde, eine enorme Naturkatastrophe, die zu großer Zerstörung und zu viel Leid geführt hat.

Denn im Frühsommer 2013 wurde der Alpennordrand Österreichs von einem gewaltigen Hochwasser heimgesucht. Das Schadensausmaß beträgt nach den bisherigen Erhebungen insgesamt fast 900 Millionen Euro.

Es war sehr schlimm.

Und noch Schlimmeres konnte nur durch den unermüdlichen Einsatz tausender Helferinnen und Helfer, sowie zahlreicher Schutzmaßnahmen, die nicht zuletzt als Konsequenz der Hochwasserkatastrophe des Jahres 2002 getroffen wurden, verhindert werden.

Diese herausragenden Leistungen von Freiwilligen und von den Mitgliedern der Katastrophenhilfs- und Rettungsdienste im Kampf gegen das Hochwasser und bei den Aufräumarbeiten sollen hier und heute nochmals in Erinnerung gerufen und gewürdigt werden.


Sehr geehrte Damen und Herren!

Lassen sie mich, zusätzlich zu den dramatischen Bildern, die wir gesehen haben, ganz konkret auf die besondere Hilfeleistung und Tätigkeiten eingehen.

Ende Mai/Anfang Juni kam es aufgrund von starkem Regen von Vorarlberg über Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich bis nach Wien zu prekären Hochwassersituationen sowie unzähligen Murenabgängen und Überschwemmungen.

In manchen Regionen gingen unglaubliche Regenmengen nieder – es waren innerhalb von drei Tagen bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter, sodass in Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich Katastrophenalarm ausgelöst werden mussten.

Im Zuge dieser Hochwasserhilfe waren in ganz Österreich bis zu 66.000 Einsatzkräfte:

-        der Feuerwehren

-        des Roten Kreuzes

-        der Rettungsdienste

-        vom „Team Österreich“

-        aber auch Bundesheerangehörige sowie Frauen und Männer der Polizei

im Einsatz und leisteten damit unglaubliche 1,2 Millionen Einsatzstunden.

 

Werte Festgäste!

Ausgelöst durch Naturkatastrophen geht immer wieder eine Welle der Hilfs- und Spendenbereitschaft durch das Land.

Dies gilt nicht nur für Hilfsmaßnahmen im eigenen Land, sondern auch für Unterstützungen in weit entfernten Regionen wie z.B. jüngst auf den Philippinen.

Auch hier sind es immer wieder österreichische Hilfsorganisationen, die unter den ersten mit einem Team vor Ort sind und so rasch und erfolgreich bei der Wiederherstellung von Infrastruktur und der Beseitigung von Schäden mitarbeiten.


Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich meine, es ist auch wichtig, Lehren bzw. die richtigen Schlüsse, aus solchen Krisensituationen zu ziehen bzw. die bisherigen Strategien und Maßnahmen kritisch zu betrachten.

Festzustellen ist, dass die Schutzmaßnahmen ihre Wirkung im Wesentlichen erfüllt und in den meisten Einzugsgebieten größere Schäden verhindert haben. Das ist erfreulich.

Aus meiner Sicht geht es im Katastrophenschutz aber auch darum, vorbeugend tätig zu sein und den Bau von mobilen Hochwasserschutzanlagen weiter auszubauen.

Gleichzeitig geht es auch darum, den Flüssen genügend Raum zu geben bzw. wieder zu geben und der Versiegelung der Naturlandschaft entgegenzuwirken, um in Zukunft derartige Schäden an Objekten, Kulturlandschaft und Infrastruktur soweit wie möglich, zu verhindern oder wenigstens zu minimieren.

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Gerade in Ausnahmesituationen wird immer wieder deutlich, welchen Stellenwert freiwilliges, ehrenamtliches Engagement in unserem Land hat und welchen Beitrag dieses Engagement für unsere Gesellschaft und den Zusammenhalt der Menschen leistet.

Mit rund 3,3 Mio. Freiwilligen oder ca. 46% der über 15-Jährigen ist Österreich gemeinsam mit Schweden, den Niederlanden und Großbritannien europäischer Spitzenreiter in Bezug auf das Engagement Freiwilliger. Nicht weniger als 2 Millionen Menschen sind in unserem Land in Organisationen und Vereinen – sei es bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei den Rettungsorganisationen Rotes Kreuz, Arbeiter Samariterbund, Johanniter, Malteser, Wasser- und Bergrettung oder sei es bei den Wohlfahrtsorganisationen Caritas, Volkshilfe, Hilfswerk, Diakonie und bei vielen anderen, die ich nicht alle einzeln aufzählen kann, freiwillig und unbezahlt tätig.

Unsere Gesellschaft wäre ohne die zahlreichen Freiwilligen nicht nur um vieles ärmer. Die Bewältigung von Aufgaben, wie z.B. der Naturkatastrophe heuer im Frühsommer, wäre ohne die tatkräftige Hilfe, die Einsatzbereitschaft und das Engagement dieser Freiwilligen überhaupt nicht möglich.

Heute sollen die hier anwesenden Freiwilligen, stellvertretend für Ihre Kameradinnen und Kameraden sowie sonstige freiwillige Helferinnen und Helfer, vor den Vorhang gerufen und für Ihre vorbildlichen Leistungen und Ihr schier unermüdliches Engagement im Rahmen der Hochwasserhilfe ausgezeichnet werden.

Lassen Sie mich schließen mit zwei Botschaften:

1.    Österreich ist stolz auf die vielen Freiwilligen und deren Leistungen.

2.    Wir alle danken Ihnen für Ihre Beiträge zum Gemeinwohl.

Last but not least danke ich Herrn Bundesminister Rudolf Hundstorfer dafür, dass er die Initiative zu dieser Ehrung heute ergriffen hat.

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