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Erstmals Zusammentreffen eines österreichischen Bundespräsidenten mit deutschsprachiger Volksgruppe in Slowenien

01.09.2013 | Presseaussendungen

Gespräche der beiden Staatsoberhäupter Heinz Fischer und Borut Pahor mit Vertretern der Kulturvereine in Gottschee (Kocevje) im Südosten des Landes: "konstruktiv, respektvoll und auf Augenhöhe"

Ljubljana - Bundespräsident Heinz Fischer hat den ersten Tag seines zweitägigen Besuches in Slowenien zusammen mit seinen slowenischen Amtskollegen Borut Pahor unter den Angehörigen der deutschsprachigen Volksgruppe in der Gottschee verbracht. Beide Präsidenten betonten die Symbolik des Zusammentreffens: Es war das erste gemeinsame Besuch zweier Präsidenten bei der deutschsprachigen Volksgruppe.

In der südöstlichen Stadt Kocevje (Gottschee) trafen die Präsidenten mit den Vertretern der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe zu einem Gespräch zusammen. Bei den Gesprächen war auch der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser anwesend. Die Vereine bemühen sich um Anerkennung als autochthone Minderheit in Slowenien und Unterstützung bei der Erhaltung ihrer Sprache und Kultur.

Es war auch der erste Besuch eines österreichischen Staatspräsidenten in diesem Gebiet. Heinz Fischer erinnerte daran, dass er schon mit dem früheren slowenischen Staatspräsidenten Danilo Türk über einen Gottschee-Besuch gesprochen habe, mit Pahor sei nun dieser verwirklicht worden, hieß es in einer Aussendung. "Wir haben versucht, zum Ausdruck zu bringen, dass wir sehr minderheitenfreundlich eingestellt sind, dass wir diese Volksgruppe respektieren, dass sie auch nach der slowenischen Verfassung die Möglichkeit hat und auch haben soll, ihre Kultur und ihre Sprache zu entwickeln", sagte der Bundespräsident nach dem Gespräch vor Journalisten.

Die Präsidenten hätten sich dafür eingesetzt, dass sich die finanzielle Grundlage der deutschsprachigen Volksgruppe "nach Möglichkeit" verbessern solle, betonte Heinz Fischer weiter. Die beiden Länder wollen demnächst auf der Basis des Kulturabkommens von 2001 Verhandlungen über mögliche Verbesserungen bei der Volksgruppenförderung aufnehmen. Für den Bundespräsidenten sei die Sprachförderung ein großes Anliegen, weshalb Österreich diese in Zukunft verstärkt unterstützen wolle.

Auch Präsident Pahor signalisierte seine Bereitschaft, sich dafür einzusetzen, dass Slowenien im Rahmen des Kulturabkommens und seiner Verfassung die deutschsprachige Volksgruppe noch mehr als bisher unterstützt, hieß es in der Aussendung. Vor Journalisten betonte der slowenische Präsident, dass schon jetzt die Finanzierungsmöglichkeiten für die Projekte der Vereine bestehen. Allerdings sprach er sich gegen die Anerkennung der deutschsprachigen Volksgruppe als autochthonen Minderheit aus: "Ich bin kein Befürworter dieser Erwartungen", so Pahor.

Landeshauptmann Peter zeigte sich nach den Gesprächen erfreut über die erfolgte Annäherung. "Allein das Treffen der beiden Präsidenten zeigt, wie wichtig die Anliegen der deutschsprachigen Volksgruppe genommen werden", so der Kärntner Landeshauptmann.

nr/an/ul

Quelle: APA/PrK

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