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Bundespräsident eröffnet ImPulsTanz2014

16.07.2014 | Presseaussendungen

Tanzfestival mit feierlichem Empfang in der Wiener Hofburg: Heinz Fischer spendet "freie Bewegung" zum Jubiläum des "Bundesministeriums für Bewegungsangelegenheiten"

Wien - So still die Ehrengarde des Österreichischen Bundesheeres steht, so beweglich zeigt sich mitunter ihr Oberbefehlshaber: Bei der Eröffnung des ImPulsTanz-Festivals in der Wiener Hofburg am Dienstagabend stand abseits der Performances zum Fünf-Jahres-Jubiläum des "Bundesministeriums für Bewegungsangelegenheiten" (BMfB) der tanzende, trommelnde, kickende Bundespräsident Heinz Fischer im Mittelpunkt.

Zum bereits dritten Mal wurde das Wiener Tanzfestival, das am morgigen Donnerstag regulär mit Alain Platels Produktion "tauberbach" startet und bis 17. August mit rund 90 Vorstellungen und 240 Workshops aufwartet, vom Bundespräsidenten mit einem feierlichen Empfang persönlich eröffnet - für Festivalleiter Karl Regensburger eine "ehrenvolle Tradition", wie er bei seinen Begrüßungsworten vor rund 250 Gästen strahlend anmerkte. Mit der Bespielung von gleich neun Räumen der Präsidentschaftskanzlei durch Choreografin Amanda Pina und Medienkünstler Daniel Zimmermann anlässlich des Jubiläums ihres Performance-Projekts, dem BMfB, freute man sich aber doch über deutlich größere Ausmaße. "Dementsprechend Danke an den Bundespräsidenten für sein kundiges Interesse an Bewegungsangelegenheiten", so Regensburger.

Tatsächlich verfolgt Fischer die Entwicklung des Festivals schon von Beginn an, weit vor seiner Zeit als Bundespräsident vor 31 Jahren. "Das ist wirklich Qualitätsarbeit, und die haben sich in Europa an die Spitze gearbeitet", so das Staatsoberhaupt am Rande des Empfangs zur APA. "Ich bin kein großer Tanzexperte, aber ich habe die Leistungen, die von Tänzerinnen und Tänzern vollbracht werden, sowohl im klassischen als auch im modernen Bereich, immer hoch geschätzt und immer sehr gerne Tanzaufführungen besucht."

Dementsprechend stieß die Gründung des BMfB bei Fischer auf offene Ohren. Sein Berater für Wissenschaft, Kunst und Kultur, Meinhard Rauchensteiner, war es, der das Projekt vor fünf Jahren in die Hofburg brachte und dessen eigene "Hymne" an diesem Abend mit u.a. Zimmermann und Pina vor Gästen wie Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ), Choreografen Chris Haring und Doris Uhlich, Künstler Erwin Wurm oder Ex-Politikerin Heide Schmidt vortrug - tanzend, versteht sich, nicht singend, "als Hommage an alle Formen körperlicher Bewegung". In Zeiten von gesellschaftlicher Normierung, in der man auf der Rolltreppe rechts zu stehen und links zu gehen habe, sei es das Ziel des Ministeriums, "freie, unerwartete Bewegung zu fördern", so Rauchensteiner. Und, wie Zimmermann es formuliert, die "Kunst der schrankenlosen Bewegung zum Wohlbefinden aller Bürger" zu feiern.

Die aktuellen ministeriellen Aktivitäten zur "Erhaltung und Entwicklung des Potenzials körperlicher Bewegungen" wurden sogleich in neun prunkvollen Räumen vorgestellt: Vom Tanz bedrohter menschlicher Bewegungen unter dem Kristallluster im Spiegelsaal und der Unmöglichkeit des "Nicht-Bewegens" anhand der strammstehenden Garde vor einem riesigen Porträt Maria Theresias bis zu den Selbstverteidigungs-Tänzen des mexikanischen "Instituto Nacional de Asuntos del Movimiento" im Jagdzimmer, der Darbietung "typisch österreichischer Handlungsmuster" im Pietra-Dura-Zimmer oder dem passionierten Fahnenschwingern von Vater und Sohn Kobel, ihres Zeichens jüngste und älteste Schweizer Meister im Fahnenschwingen, im Rosenzimmer.

Fischer schien dabei stets mittendrin statt nur dabei: So ließ er sich von Percussionistin Shayna Dunkelman an Trommel und Xylofon einschulen, führte drei mexikanische Tänzer in die Geschichte der präsidialen Räumlichkeiten ein, posierte mit Gardisten, wippte zu exotischen Klängen und "spendete" im letzten Raum sogar eine spontane Bewegung für die "erste universelle Datenbank der beliebtesten Bewegungen und Tanzschritte" - passend zum Ende der Fußballweltmeisterschaft in Form eines mit den Händen in die Luft gemalten Balls, den er daraufhin mit dem Fuß elegant weg kickte.

Dass sich ein Staatsoberhaupt so einbringe sei "großartig, einfach fantastisch", so der nach zwei Stunden sichtlich überwältigte Daniel Zimmermann zur APA. "Ich bin wirklich sehr gerührt und begeistert, dass so etwas in Österreich möglich ist - bis zum Bundespräsidenten hinauf." Der hält es angesichts der jüngst wieder entflammten Debatte über den Text der österreichischen Bundeshymne übrigens für keine gute Alternative, diese fortan zu tanzen statt zu singen. "Ich glaube nicht, dass damit eine Ruhe wäre", so Fischer zur APA, sei der Gesang doch "das Wesen einer Hymne".

(S E R V I C E - ImPulsTanz Vienna International Dance Festival #31 von 17.7. bis 17.8., www.impulstanz.at)

(Die APA hat am 3.6. unter APA0145 eine ausführliche Vorschau auf das Festival versendet.) (Schluss) pra/jle

Quelle: APA

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