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Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet erstmals die Salzburger Festspiele

27.07.2017 | Presseaussendungen

Eröffnungsrede kreiste um Macht und Digitalisierung - Bundespräsident Alexander Van der Bellen warnte vor "digitalem Biedermeier" anstatt auf Empathie und Solidarität zu achen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat heute, Donnerstag, seine erste Salzburger Festspieleröffnung vorgenommen. Thematisch kursierten die Eröffnungsreden um die Themen Macht und Digitalisierung, musikalisch wurde das Event von Variete-Musik des heurigen Fokus-Komponisten Dimitri Schostakowitsch umrahmt. Die Festspielrede hielt der deutsche Autor und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach.

Der war auch Anhaltspunkt für den Bundespräsidenten: Über Mehrheiten, die sich an ihrer Behandlung von Minderheiten messen lassen müssen, über Starke, die "die Weisheit besitzen, auf den Schwächeren zu achten" und über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sprach er in seinen Eröffnungsworten. "Aufgabe der Politik ist es dann, vom 'Jedermann' ein Stück weit abzurücken" und anstatt einer gnädigen Geste dem Schwachen "ein Anrecht auf Unterstützung" einzuräumen, so Alexander Van der Bellen. Im Angesicht von Digitalisierung und der Verlagerung der Diskurse ins Internet seien wir außerdem gefragt, uns nicht in der "Echokammer" einzurichten und in ein "digitales Biedermeier" zu verfallen, sondern auf Empathie und Solidarität zu achten.
 

Wie gut Abgründigkeit und Schönheit zusammengehen, stellte unterdessen das Mozarteumorchester unter seinem neuen Chefdirigenten Riccardo Minasi unter Beweis und bespielte die Felsenreitschule mit Verve und Eleganz aus der "Suite für Variete-Orchester", die Lust auf die heurige Festspielschiene "Zeit mit Schostakowitsch" machte. Im Publikum lauschten unter anderem zahlreiche Mitglieder der Bundesregierung, die Expräsidenten Heinz Fischer und Joachim Gauck sowie die Außenminister Jean Asselborn aus Luxemburg, Aurelia Frick aus Liechtenstein und Didier Burkhalter aus der Schweiz.


APA/PRK

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