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Begegnung und Repräsentation, Gastfreundschaft und Kommunikation

17.07.2013 | Presseaussendungen

Bundespräsident Heinz Fischer auf dem Vorplatz des Festspielhauses in Bregenz. Das Musikfestival am Bodensee findet heuer zum 68. Mal statt

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch die 68. Bregenzer Festspiele eröffnet. Das Musikfestival am Bodensee, das heuer unter dem Motto "Dem Licht entgegen" steht, bietet bis 18. August rund 80 Veranstaltungen. Im Zentrum steht wie jedes Jahr das Spiel auf dem See, heuer die von Intendant David Pountney inszenierte Mozart-Oper "Die Zauberflöte". Als Hausoper wird "Der Kaufmann von Venedig" des polnisch-britischen Komponisten Andre Tchaikowsky uraufgeführt. Insgesamt sind rund 208.000 Tickets aufgelegt, über 95 Prozent sind bereits gebucht.

Heinz Fischer verband in seiner Eröffnungsrede das Motto mit den Idealen der Aufklärung. Aufklärung, das sei auch ein Bekenntnis zu Menschenrechten und zur Wahrung der Menschenwürde, betonte der Bundespräsident. Selbst demokratische Gesellschaften täten sich mit der Wahrung der Menschenrechte schwer, wenn sie unter innerem oder äußerem Druck stehen. Heute sei es insbesondere der Terrorismus, der auch führende Akteure demokratischer Staaten in die Sackgasse des Prinzips "Der Zweck heiligt die Mittel" zu treiben drohe. Das Problem sei "uralt, aber immer noch ungelöst - manche sagen unlösbar", so der Bundespräsident

Es sei größte Vorsicht geboten, wenn man heutzutage Rechtfertigungen für eine Abkehr von Grundprinzipien des Rechtsstaates höre, um etwa gegen den Terrorismus anzukämpfen. "Der Rechtsstaat darf nicht zur Disposition gestellt werden - weder diesseits noch jenseits des Atlantiks", unterstrich Fischer unter Applaus. Die Aufklärung habe mitgeholfen, das Faustrecht durch rechtsstaatliche Strukturen zu überwinden. Vor uns stehe nun die Aufgabe, das moderne Faustrecht - den Terrorismus - im nationalen und internationalen Bereich zu überwinden.

Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) erklärte in ihrer Ansprache, die Seebühne am Bodensee sei "ein österreichischer Beitrag zur überregionalen, internationalen Kultur". Bezug nehmend auf die "Zauberflöte" hob sie das Motiv der Liebe in der abendländischen Kunst hervor, diese sei "etwas Gemeinsames". Sie sah in der Aufführung der "Zauberflöte" am Völker verbindenden See ein "Plädoyer für ein Europa, das in seiner Sehnsucht nach Liebe einen gemeinsamen Nenner finden kann". Man müsse sich nur immer wieder daran erinnern: "Am Ende ist man Mensch durch die Liebe", so Schmied.

Festspielpräsident Hans-Peter Metzler betonte in seiner Rede, dass Kunst den Gemeinschaftssinn fördere. "Kunst ist ein Akt der Demokratie, gerade hier in Bregenz, besonders bei den Festspielen", so Metzler. Die Festspiele seien durchdrungen von einem "Geist der Ästhetik und von einem nicht minder starken ökonomischen Geist". Man wolle eine "Welle der Begeisterung" für das Festival und die Region auslösen. "Diese Begeisterung gilt auch für die immens wichtige Interaktion auf einer Plattform vor der Bühne, die durchaus berechtigt im Rampenlicht stehen darf: Begegnung und Repräsentation, Gastfreundschaft und Kommunikation müssen gemeinsam wirken dürfen", sagte Metzler.

Bei der von Intendant David Pountney gestalteten Eröffnungsfeier wurde das Publikum - darunter Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) - mit Auszügen aus den aktuellen Produktionen unterhalten. Einen Vorgeschmack auf die abendliche Premiere der "Zauberflöte" boten der Prager Philharmonische Chor und Solotrompeter Andreas Gruber, begleitet von den Wiener Symphonikern. Die Komponisten Isidora Zebeljan, Detlev Glanert, Judith Weir und Dmitri Smirnov steuerten zur Eröffnung Variationen über Mozart-Themen bei, unter anderem vorgetragen von Flötistin Jasmine Choi. Auszüge aus der Hausoper "Der Kaufmann von Venedig", die am 18. Juli Premiere feiert, präsentierten Magdalena Anna Hofmann (Portia), Charles Workman (Bassanio) und Hanna Herfurtner (ein Knabe).

Zur Eröffnung der Bregenzer Festspiele fand sich wie jedes Jahr viel Prominenz aus Kunst, Politik, Kirche und Wirtschaft in Bregenz ein. Zudem verfolgten bei strahlend schönem Wetter zahlreiche Schaulustige den Festakt auf einem LED-Großbildschirm auf dem Vorplatz des Festspielhauses, wo die Eröffnung im Anschluss beim traditionellen Volksempfang ausklang.

(S E R V I C E - 68. Bregenzer Festspiele von 17. Juli bis 18. August 2013; Weitere Informationen im Internet unter www.bregenzerfestspiele.com)

(Schluss) agr/jh/ria

Quelle: APA

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